Informationen über sexuellen Missbrauch & Misshandlung
     

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süchtiges Verhalten / Sucht
Thema: sexueller Missbrauch

 aus dem Kapitel » Auswirkungen und Erkrankungen «

Vorwort:
Untersuchungen ergaben, dass zwischen 65 und 89 Prozent der weiblichen Süchtigen in ihrer Kindheit sexuellen Missbrauch erlebt haben. Zahlen für die männlichen Betroffenen sind leider nur schwer festzulegen, da hier 'das Verschweigen' leider immer noch zu groß ist!

Egal aus welchen Gründen auch immer, jedenfalls:
Allzu oft bleibt rechtzeitige Hilfe durch das Umfeld aus!


Kann ein Betroffener sich nicht von selbst aus dieser Situation [des sexuellen Missbrauchs] befreien, dann braucht der Betroffene für sich ÜberlebensStrategien, die ihn diese ausweglose Situation aushalten lässt. Die Möglichkeiten hierzu sind, je nach Persönlichkeit, unterschiedlich. Am häufigsten werden, als Mittel zum Zweck, auf folgende Verhaltensweisen zurückgegriffen:

verändertes EssVerhalten,
der Körper ’unattraktiv’ gemacht, dick oder dünn. Bei 40% der weiblichen und 30% der männlichen Betroffenen, die als Kind [sexuell] missbraucht wurden, liegen Essstörungen vor.

den Schmerz betäuben,
selbstverletzendes Verhalten [svV], Tabletten, Alkohol, oder Drogen

übergesteigerte Aktivität
tage– und nächtelang Partys, Konsum von Drogen, Medikamente

oder Sexsucht,
SexualKontakten nachjagen, suchen.

So versuchen Betroffene ihr Selbstwertgefühl
aufrecht zu halten, und den inneren Schmerz zu vertreiben. Zunächst sind das alles nur Verhaltensweisen, um dem Trauma zu entkommen, mit ihm fertig zu werden. Wenn allerdings diese Verhaltensweise von dem Umfeld nicht als Signale erkannt werden, und so immer öfter angewendet werden, dann besteht die Gefahr, dass süchtiges Verhalten entwickelt wird.

Als 'süchtiges Verhalten' wird ein Verhalten bezeichnet:
- das sich häufig wiederholt,
- von dem Betroffenen als ’befreiend’,
erlebt wird.

Es besteht jedoch keine körperliche und/oder geistige Abhängigkeit. Bei einem 'süchtigem Verhalten' treten Erscheinungen von Entzug NICHT! auf. Dieses 'süchtige Verhalten' ist aber als Vorstufe zu einer Sucht anzusehen.

Wird dieses 'süchtige Verhalten'
über einen längeren Zeitraum ausgelebt, immer öfter angewendet, die 'Dosis' dabei immer weiter erhöht, wird die Gefahr immer größer, dass sich dieses 'süchtige Verhalten' in eine Sucht verfestigt.

Als 'Sucht'
wird allgemein ein Verhalten bezeichnet, dass den Betroffenen geistig, gefühlsmäßig und/oder körperlich abhängig macht. Bei einer Sucht entstehen EntzugsErscheinungen, wenn die 'Droge' oder das 'süchtige Verhalten' ausbleibt.

Das Suchtverhalten
kann/muss als eine Strategie 'zum Überleben' des Betroffenen angesehen werden, wie jede andere FolgeErscheinung des sexuellen Missbrauchs auch.

Das Suchtmittel wird genommen, um sich zu betäuben,
zu entspannen oder/und um sich abzulenken.


Es dient dazu
- das Erlebte,
- das Wissen darum,
- die damit verbundenen unerträglichen Gefühle,
zu verdrängen.

Untersuchungen weisen darauf hin, dass die Ursache süchtiger Verhaltensweisen oder bestehender Sucht in den meisten Fällen auf sexuellen Missbrauch zurückgeführt werden kann.

Die Traumatisierung,
verursacht durch den sexuellen Missbrauch, führt zur Verletzung und Zerstörung der Unversehrtheit in körperlichen, geistigen oder seelischen Bereichen. Dies drückt sich häufig in VerhaltensAuffälligkeiten und körperlichen Erkrankungen [psychosomatisch] aus.

Aufgrund des Schweigegebotes durch den Täter
haben die Opfer häufig nicht die Möglichkeit über die Traumatisierung zu sprechen. Mit Hilfe von körperlichen Anzeichen und versteckten Signalen wollen sie ihrem Umfeld zu verstehen geben, dass sie Hilfe brauchen.

Die genannten Reaktionen
sind aber für die Betroffenen wichtige ÜberlebensStrategien. Von außenstehenden Personen werden diese häufig nicht als solche erkannt, oder als 'bösartig' und 'störend' [destruktiv] erlebt.

Tendenzen, die in die Entwicklung einer Sucht führen können,
müssen vom sozialen Umfeld der Betroffenen besser wahrgenommen werden. Sollten Tendenzen in die Entwicklung einer Sucht erkennbar werden, muss die Suche nach den Ursachen im Vordergrund stehen.

Nicht die entstehende Sucht
darf als 'das Problem' angesehen werden,
sondern der Auslöser dafür muss ergründet werden.


Erste Entwicklungen süchtigen Verhaltens
können bereits im Grundschulalter beobachtet werden. Eine Sucht bildet sich in der Regel erst etwa zwischen 12. und 22. Lebensjahr, also in der Phase zwischen dem Kindesalter und dem Erwachsensein, aus.

Süchtige Verhaltensweisen
müssen im Zusammenleben mit Kindern und/oder Jugendlichen besser wahrgenommen, und den Ursachen für dies süchtige Verhalten gründlicher nachgegangen werden.

Die Wahrnehmung süchtiger Verhaltensweisen,
oder einer beginnenden SuchtEntwicklung, ist von größter Bedeutung. Sie können als mögliche versteckte Hinweise auf sexuellen Missbrauch interpretiert werden, und erhöhen so die Chance helfend einzugreifen.

Bei frühzeitiger Wahrnehmung süchtiger Verhaltensweisen kann helfend eingewirkt werden, und es erhöht sich dadurch die Chance dem Ausbilden einer Sucht entgegenwirken zu können.

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