Informationen über sexuellen Missbrauch & Misshandlung
     

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emotionale Bindung von Kindern
Thema: sexueller Missbrauch

 aus dem Kapitel » Inzest «

Emotionale Bindung ist für die menschliche Entwicklung unentbehrlich! und kann:
als Band verstanden werden, welches in verschiedenen Handlungen und Reaktionen zwischen dem Kind und der vertrauten BezugsPerson zum Ausdruck kommt.

Bei der Entwicklung von:
- Fremd- und SelbstRegulation,
- bei der Kontrolle von Affekten und Impulsen
- bei der Steuerung von Aufmerksamkeit und Verhalten
spielten die BindungsErfahrung und das daraus resultierende BindungsMuster eine wichtige Rolle.

In jede Familie bringen beide Eltern ihre individuell geprägten Vorstellungen über das 'richtige' FamilienLeben und den PaarAlltag ein. Zudem bringt jeder Elternteil seine BindungsErfahrungen und BindungsMuster mit. Diese prägen wiederum die Interaktionen mit den eigenen Kindern.

Biografische Erfahrungen der Eltern können unter Umständen das Beziehungs- und FamilienKlima so sehr beeinflussen, dass Kinder untereinander mit sexuellen Handlungen beginnen, um emotional zu überleben.

Für Kinder, die von Geschwisterinzest betroffen sind:

sind die Eltern, oder andere nahe BezugsPersonen emotional häufig kaum oder nicht erreichbar. Die Bindung zwischen Geschwistern intensiviert sich dadurch im selben Maße, in dem andere emotional befriedigende Beziehungen, insbesondere die zu den Eltern, fehlen.

Einen Mangel an BindungsErfahrungen beantworten manche Kinder dementsprechend mit sexuellen Handlungen. GeschwisterInzest kann also für Kinder zu einer ÜberlebensStrategie werden, um [frühkindliche] BindungsStörungen zu kompensieren.

Die Ausweglosigkeit einer solchen Situation besteht darin, dass ein Geschwister die einzige Person ist, die für eine BindungsErfahrung überhaupt zur Verfügung steht.

Zudem können sexuelle Erfahrungen mit Geschwistern in einen deprimierenden, interaktionsarmen KinderAlltag Spannung und Lebendigkeit bringen. An die Stelle der gesuchten emotionalen Bindung tritt dabei Sexualität.

Kinder lernen aber über Bindungen 'wer sie sind'
und ihnen wird auf diese Weise die Botschaft vermittelt:



Du existierst nur über Sexualität.
Eine andere Berechtigung gibt es für dich nicht.


Es besteht also die Gefahr, dass Geschwister, die aneinander sexuelle Handlungen vornehmen, sich gegenseitig in ihrer Entwicklung hemmen.

Ihre Sichtweise beruht auf der Erfahrung:
Ich brauche nicht in die Welt hinauszugehen, wenn wir uns gegenseitig genügen. Ich kann nicht in die Welt hinauszugehen, weil ich dann nicht mehr vollständig bin.

In dieser Feststellung kommt die stark gegenseitige Abhängigkeit zum Ausdruck.


Ein Kind bzw. das Geschwister-Paar ist:

für niemand anderen erreichbar, weil beide sich selbst genügen. Dies aber zu einem Zeitpunkt in ihrer Entwicklung, zu dem sexuelle Aktivitäten sich nach außen richten sollten.

Quellen:
Neben den Fachbüchern von Bange, Deegener, Fegert, Finkelhor, Elz usw. ist der FachArtikel von Regula Schwager [Psychologin, Psychotherapeutin] und Marie-Louise Pfister [Sozialpädagogin, Paar- und Familientherapeutin] sowie das Buch 'Sexueller Missbrauch, Misshandlung, Vernachlässigung' von Ulrich Tiber Egle besonders erwähnenswert.



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