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Alle Namen von den Personen die auf den weitern Seiten vorkommen sind frei erfunden Jegliche Ähnlichkeiten mit noch lebenden Personen wären rein zufällig! Dies machen wir unfreiwillig und einzig aus rechtlichen Gründen. Aber alle geschilderten Begebenheiten haben so und nicht anderes stattgefunden.



Die Schule

Text zum Thema Schule, Menschen

Ich war im Dezember 1966 in Pinneberg schon in der 7. Klasse.
Mein schulischer Wissenstand aber, war allerhöchstens auf dem Stand der 6. Klasse. Es gab eine Menge von Grundlagen und Formeln in Mathe und anderen Fächern, die bei mir nie angekommen waren. Entweder weil ich 'in mir selber verschwunden' war, und nur körperlich am Unterricht teilnahm, oder weil ich halt einfach, durch die Umstände, eine ganze Klasse übersprungen hatte.

Aber in meiner Akte stand ja etwas von 'überdurchschnittlich intelligent', und dann ist das ja kein Problem – oder? Nachhilfe kam nicht in Frage. Dafür fehlte das Geld - oder einfach das Interesse seitens des Heimes? Was soll’s, der wird das schon machen, oder eben sitzen bleiben.

Aber ich wollte nicht sitzen bleiben – niemals!
Das war so in mich reingeprügelt worden, und somit unmöglich für mich.
Obwohl mir das, aus heutiger Sicht, gut getan hätte.

Wir Heimkinder hatten das 'Glück' in eine öffentliche Schule gehen zu können.
Eine ganz normale Volksschule, später dann Hauptschule, mit ganz normalen Lehrern und Schülern. Meine Klassenlehrerin wurde Frau S. Eine nette Frau, die aber leider von uns Schülern, und unserem Benehmen, total überfordert war. Es war eine ganz normale Klasse mit den damals üblichen Strukturen.

Es gab die 'Tollen', die 'Normalos' und die 'Assis'.
Die 'Tollen' hatten selbstverständlich das Vorrecht, mit Unterstützung der 'Normalos', uns 'Assis' Tag für Tag fertig zu machen. Wir 'Assis', das waren die Heimkinder, die aus den Baracken und die Außerehelichen.

Zu den harmloseren Spielen der 'Tollen' gehörte es zum Beispiel mir meinen Ranzen wegzunehmen, und den Inhalt in den Mülleimer zu kippen. "Was will so einer wie du denn schon damit anfangen", und "DU brauchst hier nichts zu lernen, es reicht, wenn du unseren Dreck wegmachst", waren Sätze die dann dabei fielen.

Und die Klasse bog sich vor Lachen dabei.
Fast jeder machte dabei mit, immer in der Hoffnung nicht selber eines Tages das Opfer zu werden.

Da war Peter B., ein stiller zurückgezogener Junge, dem hatte ich seine Opferrolle abgenommen, als Neuer und Heimkind in dieser Klasse. Peter war vor mir die arme Sau gewesen, an dem sich die Arschlöcher profiliert hatten. Der machte nicht mit. Der lachte auch nicht darüber. Seine Eltern waren Aussiedler und lebten in Pinneberg in den Baracken.

Borstler Weg.
Eine der schlimmsten Adressen in ganz Pinneberg. Diese Adresse angeben zu müssen bedeutete keine Arbeit zu bekommen, und somit auch kein Geld zu haben, und dort auch nicht wieder rauszukommen.

Keine Daseinsberechtigung zu haben – kurz gesagt!

Dabei ging es dort ganz normal zu, wie in zig anderen Familien auch, aber behandelt wurden diese armen Schweine wie der letzte Dreck. Ich kann das beurteilen, denn Peter und ich wurden gute Freunde. Ich ging dort ein und aus, als würde ich zur Familie gehören. Ach ja - für die Schwächsten hatte die Gesellschaft schon die 'angemessene' Unterstützung parat.

Aber das hier nur nebenbei, denn was anderes hatte ich auch gar nicht erwartet.
Das kannte ich schon aus meiner Zeit in Glückstadt, nur das da die anderen Kinder noch nicht so hemmungslos und brutal waren, wie hier in Pinneberg. Ist doch wohl selbstverständlich, dass mich diese Penner mit zwei Mann festgehalten hatten, während der Dritte auf mich eindrosch, wenn ich mir das nicht gefallen lassen wollte. An dieses 'im vorbeigehen einen auf die Nuss hauen' hatte ich mich schon lange gewöhnt. Ich hatte mich schon lange wieder in mich zurückgezogen – MICH konnten DIE nicht mehr meinen.

Na klar hatte ich Idiot mich auch mal vertrauensvoll an meine Klassenlehrerin gewandt. Die hatte nichts besseres zu tun als die besagten Penner vor der ganzen Klasse zu rügen und zur Ordnung zu rufen. Das die Säcke mir dann außerhalb der Schule auflauerten und dort 'fertig machten', dass sei hier nur der Ordnung halber erwähnt.

Beim Sport gab es genug Gelegenheiten es ihnen zurückzuzahlen.
Ich und Hilfestellung an den Geräten leisten? Gerne doch und sogar freiwillig. Ich würde schon dafür sorgen, dass der Sack sich die Knochen bricht. Beim Fußballspiel kann man wunderbar mit den Alu-Stollen den Idioten auf die Füße springen. Das kommt immer gut an.

Egal – das waren nur Nebenschauplätze.

Der Kampf mit der Schule fand in meinem Kopf statt.
Ich musste, egal wie, den verpassten Stoff irgendwie in meinen Kopf bringen, um wenigstens halbwegs erträgliche Noten zu bekommen. Aber da war ja noch Michael, der Sohn vom Heimleiter. Der ging ja mittlerweile zur Mittelschule, der half mir dabei. Na klar waren wir Freunde geblieben, scheiß auf seinen Alten. Wir trafen uns eben in der Stadt, mit den Leuten aus seiner Schule und anderen Freunden, und so kamen wir dann letztlich auch zum Kiffen...

Ich fraß ich mich irgentwie durch die Schule durch, blieb nie sitzen, und machte ein 'relativ passables' Abschlusszeugnis.

Mehr gibt es zur Schule eigentlich nicht zu sagen, außer, dass ich noch ein freiwilliges zehntes Schuljahr einlegte.

Das hatte sich mein Rolfie einfallen lassen.
So konnte ich in das neue Heim mit reinrutschen, um dann eine Lehre machen zu können, ohne das Heim wechseln zu müssen. Es wurde gerade ein Neubau errichtet für das AWO-Heim. In diesem sollten dann auch Lehrlingsgruppen, laut Belegungsplan, integriert sein.




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