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Alle Namen von den Personen die auf den weitern Seiten vorkommen sind frei erfunden Jegliche Ähnlichkeiten mit noch lebenden Personen wären rein zufällig! Dies machen wir unfreiwillig und einzig aus rechtlichen Gründen. Aber alle geschilderten Begebenheiten haben so und nicht anderes stattgefunden.



Die Schule

Text zum Thema Schule, Sozialkritik

Auch für mich war irgendwann der Tag gekommen an dem ich, mit einer Schultüte in der Hand, und dem Schulranzen auf dem Rücken, zur Schule gebracht wurde. Auf einem großen Platz, Schulhof genannt, musste ich mich mit mir völlig fremden Kindern in Reihe und Glied aufstellen.
Ich hatte mich na klar neben meinen Freund Bernd aus der Siedlung aufgebaut, in der Hoffnung das wir in der Klasse nebeneinander sitzen könnten. Ich hasste schon immer Veränderungen und war unendlich verunsichert. Wenn ich aber mit Bernd zusammensitzen könnte, hatte ich ja ein Stück Gewohnheit neben mir und es würde dann nicht so schlimm werden. Sicher würde ich jetzt endlich eine ganze Menge lernen, was mir das Leben erleichtern könnte.

Ich hatte zwar schon mit dem Rechnen, Lesen und Schreiben angefangen, bei Papa zu Hause, aber der hatte wegen seiner Arbeit nur selten Zeit dafür über. Wenn er in der Küche saß, tief in Schwaden aus Zigarettenrauch gehüllt an seinem Fernkurs zum Maschinist arbeitete, und mit dem Rechenschieber hantierend, nahm er mich zu sich an den Küchentisch und stellte mir Aufgaben die ich lösen durfte. Er war da gerade am Anfang seines Fernkursus, hatte noch Zeit und Augen für mich. Ja, da war ich noch sein Lieblingskind, na klar nicht so doll wie Ute, aber immerhin. Ich war ein echter, wie Vater zu sagen pflegte sein Junge, und das zählte eben viel bei ihm.

Wie auch immer...
Es kam der Einmarsch in den Klassenraum, und die Verteilung der Sitzgelegenheiten. Wir Kinder hatten uns auf die Plätze gedrängelt die uns am besten erschienen, aber das wurde nur für diesen ersten Tag von unserem Lehrer so geduldet. Immerhin hatte er da ja noch die ganzen Eltern am Hals.
Die hatten sich an den Wänden des Klassenzimmers verteilt, um voller Stolz mitzuerleben wie wir Zwerge jetzt unseren großen Schritt in Zukunft machen würden. Manch eine der Mütter hatte ein Taschentuch in der Hand, mit der sie sich dann ihre Tränen aus den Augen wischten.

Denen ging es sicher so wie mir.
Die hatten bestimmt auch genauso viel Angst vor diesen ganzen vielen fremden Menschen wie ich.
Ich war so etwas einfach nicht mehr gewöhnt.
Ich war, seit wer weiß wie lange schon, in unserer Siedlung bei den meisten Kindern abgeschrieben. Es gab eine Zeit, da wurde bei uns Zuhause unser Geburtstag noch richtig gefeiert. Es gab Torte, die Papa selber gemacht hatte und den kalten Hund, der auf keinem Geburtstag fehlen durfte. So richtig mit Kerzen, Kakao und vielen Kindern aus der Siedlung die wir als Freunde hatten. Eigentlich war immer irgendwo einer dran die Anderen zum Geburtstag einzuladen, und nach der üblichen Kuchenschlacht den Tag mit wilden oder ausgefallenen Spielen zu Beenden.
An normalen Tagen traf man sich eben auf dem Spielplatz, oder am Elbdeich, und spielte zusammen. Sogar die Mädchen der Siedlung durften zu dieser Zeit noch bei uns Jungen mitspielen.

Burgen bauen in der Sandkiste, Rutschenweitsprung, wer schaukelt am höchsten Wettbewerb, wer klettert am schnellsten einem Baum hoch und wieder runter, und Murmeln nicht vergessen - all diese Kinderspiele, die Kinder eben so gemeinsam spielen. Sogar beim Cowboy und Indianer spielen durften die Mädchen mitmachen.
Die waren dann die Frauen von den Wilden, und mussten das Essen machen. Alles ganz normal, wie es eben in einer Siedlung mit vielen Kindern so sein sollte.

Ja und dann.
Eines Tages holten uns die Jungs wieder zum Spielen ab. Auf dem Weg zum Spielplatz kamen uns dann die Mädchen, es waren zwei, unsere Streitobjekte, die jeder von uns Jungen als seine Freundin haben wollte, entgegen. Sie riefen die Jungs zu sich und sagten wir, meine Brüder und ich, sollten stehen bleiben und warten. Dann fingen sie an sich aufgeregt mit den anderen Jungs zu unterhalten. Ich hätte zu gerne gewusst worum es da ging, aber man konnte nichts verstehen.

Aber es ging hoch her, das konnte man sehen.
Die Jungs hatten irgendwann die Schnauze voll davon, und machten kehrt und kamen wieder auf uns zu.
"Solange die Sunks bei euch mitspielen dürfen, seht ihr uns nicht wieder", riefen die wütenden Mädchen ihnen nach.

Die Sunks - das waren wir. Meine Brüder und ich.

Was hatten wir denn denen denn getan...?
Warum waren die auf einmal so sauer auf uns. Wir schauten uns fragen an, aber keiner schien sich einer Schuld bewusst zu sein. Von den anderen Jungs war leider auch nichts zu erfahren. Die schauten sich betreten auf die Schuhspitzen. Aber da war die Entscheidung bei ihnen schon lange gefallen. Mit Worten wie 'Tut mir leid, aber ihr habt es ja selber gehört', machte sich einer nach dem anderen daran den Mädchen hinterher zu laufen.
Auch Bernd, bis dahin mein bester und vertrautester Freund in der Siedlung, gesellte sich irgendwann zu den Verrätern. Er war zwar der letzte in der Reihe die uns mieden, aber eines Tages machte auch er eben einen großen Bogen um uns.

Gut, es gab ja auch noch andere Kinder in der Siedlung die nicht mit uns so umgingen. Aber das waren eben die Außenseiter, besonders wilde Gesellen die meist auch schon ein paar Jahre älter waren, als mein kleiner Bruder Gerd und ich. So etwa in dem Alter meines großen Bruders Günter. Aber als Kind ist man ja nicht wählerisch, wenn man nicht den ganzen Tag mit sich alleine spielen wollte.

Ich lernte bei den Großen dann viele neue Sachen, die mir auch viel Ärger einbrachten.
Aber was soll's. Jedoch die schöne Zeit, mit den Geburtstagen und unbeschwerten Spielen, waren für immer vorbei. Es gab zum Geburtstag keine Torte oder kalten Hund mehr, keine Spiele. Nur Glückwunsch und ein Geschenk, meist selbstgemachte Kleidung die Mama gestrickt hatte, und fertig.

[richtig - Sie hatte ja eine Strickmaschine - siehe das Kapitel 'Mutter – und das liebe Geld'!]

Der einzige aus der Gruppe, der sich weiter ab und zu mit mir traf und mit mir spielte, war Bernd.
Er hatte mir zwar nie verraten warum wir in der Siedlung auf einmal Aussätzige waren, aber er war trotz allem noch da - wenigstens ab und zu.

Ein Stück Beständigkeit eben.
Und deshalb wollte ich unbedingt neben ihm in der Schule auf einer Bank sitzen. Dann konnte ich mich in dieser Horde Fremder an ihm festhalten. Ihm ging es ja auch nicht viel besser.

Im Grunde genommen war er so wie ich.
In sich gekehrt und eher still. Nur wenn wir auf dem Elbdeich oder auf den Stoppelfeldern und Wiesen rumtobten, ja dann drehte er mächtig auf. Da war er wie ich. Da kannte die Entdeckungsfreude und das Forscherherz keine Grenzen mehr.

Aber es kam eben der zweite Schultag.
Man hatte uns das ja vorhergesagt das jetzt, mit der Schulzeit, alles anders werden würde. Aber so dumm wie ich war, bezog ich das nur auf das Wissen das ich jetzt anhäufen würde. Ich würde jetzt so schlau wie meine große Schwester Ute werden. Dann würde ich nicht mehr beim Mensch ärgere Dich nicht oder Dame und Mühle Spiel verlieren. Dann wäre ich genauso schlau und könnte sie endlich besiegen. Das war mir bisher nur mit Schummeln möglich.

Aber jetzt! Welch schöne Aussichten.
Sollte der Lehrer sich nur beeilen uns alles beizubringen. Ich wäre bestimmt der Erste der alles konnte und wusste.

Das Erste was uns der Lehrer beibrachte, war das es die wichtigen und die unwichtigen Schüler gab. Bernd und ich hatten uns in der zweiten Reihe eine Bank ausgesucht und das als unseren Platz fest eingebucht. 'Die erste Reihe ist doof', hatte Ute gesagt, 'da hat man andauernd den Lehrer im Nacken'. Sie musste es ja wissen, da sie schon lange zur Schule ging. So hatten wir es dann auch am ersten Tag gemacht.

Jetzt stand da der Lehrer vor uns aufgebaut und erklärte uns: 'das einige von uns wohl nicht wüssten, auf welchen Platz sie gehören würden'.

Zu der Handvoll auserlesenen Kindern gehörte jedenfalls auch ich.
Ich hatte ab sofort meinen Platz in der vorletzten Reihe einzunehmen. Und zwar für alle Zeit. Das wäre der Platz der mir zustehen würde.

Warum?

Das weiß ich selber doch nicht.
Es war eben so!
Wie Zuhause eben.

Es gab Ute, die alles durfte, ohne Prügel.
Und es gab uns Brüder, die nichts durften - mit Prügel.

So ist das Leben eben.
Ein unumstößliches Gesetzt.
Das hatten uns die Kinder in der Siedlung ja schon beigebracht.

Es gibt DIE und es gibt uns!
Nur wo war da eigentlich der Unterschied?
Ich konnte beim besten Willen keinen finden. Ich hatte, wie es meine Art ist, lange versucht eine Erklärung zu finden, aber ohne Erfolg. Sie aßen wie ich, sie tranken wie ich, sie mussten sogar auf Klo wie ich. Ja, und das sie auch zwei Arme und zwei Beine und einen Kopf auf den Schultern hatten, war ja offensichtlich.

Aber irgend etwas musste uns doch unterscheiden.
Nur was?

Egal, das Schuljahr nahm seinen Lauf. Bernd und ich gingen jeden Tag Hand in Hand, was uns bei den anderen Kindern Zurufe wie 'Liebespaar, küsst euch mal' einbrachte, zur Schule.

Nur, dass er dann eines Tages nicht mehr da war, als ich ihn zur Schule abholen wollte.
Dafür stand seine Mutter in der Tür und sagte mir: '...und das sie es nicht länger dulden würde, dass wir zusammen gesehen würden. Ich hätte mich gefälligst zum Teufel zu scheren und Bernd endlich in Ruhe zu lassen'.

Genauso gut hätte sie mir auch einen Hammer auf den Kopf schlagen können.
Völlig verdattert stand ich vor der Tür... die sie daraufhin mit einem lauten Knall zuschlug.

Wir hatten doch nichts gemacht...
Wir waren immer pünktlich in der Schule gewesen, hatten uns nie rumgetrieben wie andere Kinder, die dann zu spät kamen. Dazu waren wir beide viele zu Wissbegierig, hatten viel zu viel Angst davor irgend etwas wichtiges zu verpassen.

Heulend machte ich mich das erste Mal nicht auf den Weg in die Schule, sondern ging auf den großen Spielplatz der Siedlung und verkroch mich da in eine der Betonröhren, die als Spielgerät dort standen.

Ich konnte das alles nicht mehr verstehen.
Na gut, das meine Eltern immer schlechter auf mich zu sprechen waren, sah ich zur Not noch ein. Ich hatte halt zu viel Scheiße in der Klicke der großen Jungs mitgemacht, weil ich halt irgendwo dazu gehören wollte. Und wer nicht mitmachte bekam Arschvoll und wurde für immer Ausgeschlossen. So - wenn ich dann also nicht mehr dazu gehören würde, mit wem sollte ich dann noch spielen? Die anderen Kinder hatten mich ja schon vor längerer Zeit auf Wunsch der Weiber ausgeschlossen.
Was blieb dann noch, außer meinen Geschwistern, die ich ja so schon den ganzen Tag am Hals hatte? Mit meinem kleinen Bruder konnte man nichts anfangen, der war viel zu klein und ein Muttersöhnchen. Und mein großer Bruder war doch in der selben Klicke wie ich.

Na ja, und Ute lebte sowieso in einer anderen Welt, war meistens mit ihren Freundinnen am Lernen. Sie hatte sich doch in den Kopf gesetzt zu Mittelschule zu gehen, um mit der mittleren Reife die Schule abzuschließen.

Aber ich war mir sicher, dass wir Sunks, wie die Kinder uns nur noch nannten, niemand in der Siedlung etwas angetan hatten, außer eventuell denen Obst zu klauen, falls die was im Schrebergarten angebaut hatten. Aber davon konnten die ja nichts wissen, da wir uns dabei nie erwischen ließen!

Ich sah von meiner Röhre aus, das die Mutter von Bernd das Haus verließ. Ich kann nicht sagen warum ich das machte, aber ich ging zu der Haustür und sah in den Handschuh der immer dort hing. Ich wusste, dass sich darin der Türschlüssel befand, damit Bernd, da seine Mutter arbeitete und nicht da war wenn er aus der Schule kam, ins Haus konnte. Wir haben oft nach der Schule, bei schlechtem Wetter, in seinem Zimmer gehockt und gelesen oder Schularbeiten gemacht.

Nie hatte es deswegen Probleme gegeben.
Wir hatten im Haus auch nie etwas angestellt.

Ehrlich nicht...jedenfalls nicht bei ihm Zuhause.
Wie gesagt... ich weiß nicht was mich dazu Antrieb. Ich nahm einfach den Schlüssel, machte die Tür auf und ging nach oben in das Zimmer von Bernd. Dort setzte ich mich auf sein Bett und heulte erst mal weiter.

Ich glaube das es eine Art Abschied war.
Es tat mir unheimlich weh...der Gedanke daran jetzt keinen echten Freund mehr haben zu dürfen. Mir war wohl klar geworden, dass ich von diesem Tag an alleine auf der Welt sein würde. Es würde von nun an niemanden mehr geben, mit dem ich um die Wette alles Wissen, das man uns in der Schule bot, in mich reinfressen könnte.
Keine Herausforderung mehr - um die Geheimnisse des Himmels zu lüften. Oder hinter dem Elbdeich in den Gräben nach besonderen Pflanzen und Tieren zu jagen!

Oder - Oder - Oder - Oder...

Dies alles nahm mir seine Mutter mit ihren einfachen Worten ohne zu zögern weg!

Jede Trauer hat mal ein Ende.
Ich machte mich auf den Weg und verließ die Stätte meiner Schmach fürs Erste. Für die Schule war es eh zu spät. Ich würde mir nicht vor versammelter Klasse vom Lehrer wegen 'Zu spät kommen und Störung des Unterrichts' eine Ohrpfeife geben lassen. Das Vergnügen sollte der nicht haben! War ich eben für heute krank im Bett.

Ist doch egal.
Ich war doch eh einer der Besten aus der Klasse.
Ich musste nur die Zeit totschlagen bis ich normal aus der Schule kam, und dann würde ich, als wenn nichts wäre, nach Hause gehen. Am Elbdeich würde ich bestimmt einige der Klicke finden, die gerne mal die Schule schwänzten, und mir mit denen bis dahin die Zeit vertreiben.

Es gab genug, was man so den lieben langen Tag machen konnte.
Liebespaare belauschen, beim Kaufmann draußen aus den aufgebauten Kisten Bananen klauen, dem Schrotthändler seinen eigenen Schrott verkaufen um mit dem Geld Zigaretten zu kaufen und zu Rauchen.

Oder einfach nur fangen oder Krieg am Elbdeich spielen.

Das alles war besser, als sich seinen Gefühlen und Ängsten auszuliefern. Wo sollte ich sonst auch hin, es wollte mich ja keiner haben. Mama würde durchdrehen und mich mit dem Kochlöffel verprügeln, wenn ich nach Hause gehen würde und ihr sagte warum ich nicht in der Schule war. Dann hatte sie wieder etwas, worüber sie ganz stolz mit ihrer Nachbarin tratschen konnte. Die Nachbarin in NR. 8 war immer sehr neugierig.

Weiber eben.
Wenn sie uns Kinder schreien hörte, weil wir Arschvoll bekamen, wollte sie immer ganz genau wissen was wir denn schon wieder angestellt hätten. Dann standen die beiden Weiber auf den Treppenpodest, auf das Geländer gelehnt, und lachten und feixten sich einen - während Mama ihr ganz stolz erzählte, wie sie uns wieder mit dem Kochlöffel in der Hand durch das Haus gejagt hatte. Um uns zu zeigen, was für schlechte Kinder wir sind, die eine Strafe verdient hatten, und das weglaufen keinen Zweck hatte. Sie wird uns ja doch kriegen, oder es eben Papa erzählen.
Und was wir von dem zu erwarten hatten, dass wussten wir doch inzwischen nur zu genau. Bei dem würde das nicht so glimpflich ausgehen - wie bei ihr.

Ja - es kam weder Papa noch Mama zu kurz, wenn es darum ging uns zu verprügeln.
Bei kleinen Verstößen übernahm sie gerne die Bestrafung selber. Das kostete zwar inzwischen einiges Geld, da sie die schönen hölzernen Kochlöffel, zu ihrem Leid, auf uns kaputt schlug, aber das war es ihr schon noch wert.

War also klar, dass ich lieber mit der Klicke Scheiße baute - anstatt nach Hause zu gehen.




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