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Alle Namen von den Personen die auf den weitern Seiten vorkommen sind frei erfunden Jegliche Ähnlichkeiten mit noch lebenden Personen wären rein zufällig! Dies machen wir unfreiwillig und einzig aus rechtlichen Gründen. Aber alle geschilderten Begebenheiten haben so und nicht anderes stattgefunden.



die Heimkehr

Text zum Thema Heimweg / Heimkehr

5 September 2007 - die Heimkehr.
Ich hatte einen genauen Plan, nach dem ich die Stätten meiner Erlebnisse abgehen wollte, festgelegt. Um endlich den Hass und die Schuld ablegen zu können, würde ich auch die Personen, die mir ein normales Leben unmöglich gemacht hatten, aufsuchen.

Das war mein Plan.
So tief verstrickt hatte ich mich in meine Erlebnisse, dass ich es völlig außer acht ließ, dass in den über 40 Jahren sich alles weiter entwickelt haben musste. Die Idee, das auch die Teufel von damals nur einen begrenzten Lebenszeitraum haben, ist mir überhaupt nicht in den Sinn gekommen.

Die Siedlung stand noch, aber alles war anders.
Alles war umgewandelt in Eigentum. Alle Wege und besonderen Plätze wie die Spielplätze, das Klärwerk, der Bauernhof und das Feuerwehrhaus waren nicht mehr vorhanden. Keine Wege führten mehr durch die Siedlung. Nur Zäune. Wo wir einst spielten, war nur noch Teerstrasse, Parkplätze, Garagen und Autos ohne Ende. Es gab hier früher nur zwei Autos und die Strasse war eine Schotterstrasse.

Aber die Blöcke waren immer noch, wo sie hingehörten. Sie waren auch immer noch farblos doch irgendwie kleiner als damals. Es lag sicher daran das ich inzwischen größer als damals war, aber ich konnte nicht rationell Denken. Als ich von der Hauptstrasse in die Siedlung rein ging, war ich wieder um die zwölf Jahre alt. Ich konnte die Veränderung sehen - aber nicht verarbeiten, denn im Kopf spielten sich die Szenen meiner Kindheit ab. Ich hörte sogar wie man nach mir rief - das ich endlich zum Essen reinkommen sollte.

Bis ich den Eingang zu unserem Haus sehen konnte, hatte ich das selbe beklemmende Gefühl von damals, wenn ich zu spät vom Spielen reinkam und ich genau wusste das es wieder ärger - sprich Schläge - geben würde. Ich hatte absichtlich zuerst die Strasse, in der ich lebte, gemieden, und war erst mal den Rest der Siedlung abgelaufen. Es war schlimm - ich war wieder einer von den Sunks - alles war wieder greifbar. Aber was ich dann SEHEN konnte, dass war viel schlimmer für mich!

Mit zögerlichen Schritten näherte ich mich unserem Block. Die Strasse macht einen leichten Bogen, so das ich zuerst nur die Stirnseite sehen konnte. Da ist der Eingang zur Nr.2 - mit der netten Frau die mich immer die Schüssel auslecken ließ, wenn sie Kuchen gebacken hatte. Ich konnte noch nicht dort hinsehen, aber ich war mir sicher das Mutter mit unser Nachbarin Nr.8 auf der Plattform vor der Haustür stehen würde, um mit ihr zu Tratschen und dabei nach mir missratenen Bengel Ausschau zu halten.

Und dann konnte ich die Front des Blocks sehen. Keine Tür war offen. Kein Mensch irgendwo vor der Haustür - wie es früher bei schönem Wetter normal war.

Und dann dieser Frevel! Der ganze Block sah aus wie früher - grau und alt. Aber nicht die Nr.6 in der sich alles abgespielt hatte. Wie zum Hohn - als wenn man mir sagen wollte 'Es gibt kein Entkommen aus deiner Kindheit', hatte man den Teil des Blocks mit der Nr.6 verklinkert.

Nur DEN!
In ROT!

Rationell gesehen ein ganz normaler Vorgang, aber in dieser Situation in der ich mich befand Blasphemie. Genauso gut hätte man die Nr.6 abreißen und als Lücke im Block klaffen lassen können. Ich weiß selber nicht was ich erwartet hatte, aber ich wollte mich doch auf die Treppe setzten - wie damals, und alles auf mich einwirken lassen.

Geschriebenes nachvollziehen?
Mir bestätigen, dass ich nicht anders hatte handeln können, als damals und mein ganzes Leben lang. Ein Ausweg finden...?
Aber selbst die Treppe und den Podest - einst grauer Beton und rissig - waren mit roten Fliesen vollgeklatscht.

Ich merkte, wie mir die Tränen in die Augen stiegen. Die anderen Veränderungen in der Siedlung hatte ich einfach übergehen können, indem ich wieder erlebte wie ich damals dort rumtollte oder Scheiße baute.

Aber nun.
Es gab die Nr.6 einfach nicht mehr. Nicht für mich - selbst wenn die Zahl auf dem roten Klinker prangte.
Fluchtartig und völlig verwirrt verließ ich die Stätte meiner Schmach in Richtung Stadt. Sie hatte sich wirklich alle Mühe gegeben mein Leben hier auszulöschen. Selbst mein Straßengraben oder die Birnenbäume an der Strasse gab es nicht mehr. Wie zum Trost stand wenigstens die alte Tankstelle der Familie Schümann noch dort. Aber der Jugendknast war inzwischen einem Gewerbezentrum gewichen. Selbst die Fußgängerbrücke über den Fluss, wo wir immer Stichlinge geangelt hatten, gab es nicht mehr. Die Firma, in der Vater damals gearbeitet hatte, hatte sich über die halbe Wegstrecke in die Stadt ausgedehnt. Aber der alte Glasbunker - indem der Pförtner früher saß und vor dem sich in den 60´er Jahren die Arbeiter zum Streik versammelt hatten - war noch da. Den Kiosk gegenüber, wo wir Vaters Zigaretten und Schnaps geholt hatten, gab es nicht - dort hatte gerade zwei Tage vorher LIDL eine neue Filiale eröffnet.

Der Hafen war noch da.
Gut - die Werft war weg, aber da war ich nie drin gewesen. Das hatte nichts mit mir zu tun und war egal. Aber der Hafen.
Ich stellte mich an den Platz am Hafen, wo noch immer die alte Eisenleiter von der Kaimauer in das Hafenbecken ging. Wenn es Winter gewesen wäre, und es wieder Eisschollen gegeben hätte, ich glaube ich hätte mich wieder darangemacht den Hafen auf die alte Weise zu überqueren.

Die Stadt selber hatte sich nicht großartig verändert. Ich kannte noch immer jeden Weg und Steg. Na gut, die GEKA gab es nicht mehr. Aber das Gebäude mit seinen drei Stockwerken - in dem es damals alles gab was man zu dieser Zeit so kaufen (oder eben klauen) konnte - stand noch da.

Wie vor Urzeiten ging ich auf dem alten Schulweg direkt zur Schule. Sie hatte sich fast gar nicht verändert. Das Rote Kreuz von damals prangte nicht mehr auf dem Dach. Aber sonst war alles wie immer. Als wenn ich gerade zum Unterricht wollte.

Meine Augen fixierten, wie magisch angezogen, die alte Eiche. Noch immer stand sie groß und mächtig da, um den Schülern im Sommer Schatten zu spenden. Sie stand nicht weit von meiner ersten Klasse. Dort hatte ich ein Jahr lang hoffnungsvoll auf einer Schiefertafel mit dem Griffel Buchstaben und Zahlen gekritzelt. Oh ja, ich hörte wieder das Quietschen des Griffels und das Kreischen der Kreide an der Tafel - wo uns der Lehrer vormachte was wir zu üben hatten.

Wenn ich jetzt die paar Meter zum Deich weitergehen, mich dort ins Gras setzten würde - wären dann meine Freunde von damals auch wieder da?

Nein - ich saß auf dem Deich, aber keiner kam. Unser alter Badestrand an der Elbe - wenige Meter weiter von mir - war inzwischen verlandet und bewachsen. Wo ich damals mit dem Ruderboot an Land gegangen war, steht heute ein Atomkraftwerk.

Ich rauchte eine nach der anderen - um Mut zu sammeln für den nächsten Schritt in meinem Plan. Eigentlich jedoch wollte ich nur Zeit schinden und hoffte insgeheim, dass mein Freund aus den Kindertagen der Rächer, doch noch auftaucht. Ich hätte mich gerne mit ihm über SEIN Leben unterhalten - wie es IHM so ergangen sei und so weiter. Er hätte mich eventuell beraten können - ob es richtig ist was ich als nächstes vorhatte.

Ich war mir da nicht mehr so sicher.
Es half ja nichts - Es kam keiner - Auch nicht der Knochenmann.

Also machte ich mich auf um mich meinem größten Feind - den ich in meinem ganzen Leben hatte - zu stellen.

Er - der mir mein Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen in der Kindheit brutal rausgeprügelt hatte, mir damit ein normales Leben unmöglich machte.
Er - der Schuld war das ich Menschen hasste und aus dem Weg ging.
Er - der Schuld daran war das ich niemals eigene Kinder in die Welt setzten wollte und auch bis heute nicht habe.
Er - der Schuld war das mich meine Erinnerungen mich immer wieder einholten und mich in tiefe Depressionen stürzten, so das ich nie längere Zeit eine Beziehung aufrecht erhalten konnte.
Er - der dafür gesorgt hatte das ich selbst heute nicht in der Lage bin irgendetwas bis zum Ende fertig zumachen, da ich irgendwann anfange mir selber zu sagen 'Das hat doch sowieso keinen Zweck'; oder 'Wozu machst du das eigentlich - Wozu soll das gut sein - Das interessiert doch eh keinen'
Er - der dafür gesorgt hatte das ich bis zum 27ten Lebensjahr - bis ich endlich meine Frau kennen lernte - nicht wieder auf die Beine kam.
Er - der Schuld ist das auch heute noch, wenn ich mich nicht ablenken kann wie jetzt, der Standartsatz 'Wozu lebst du überhaupt. Warum kann ich, wenn ich Abends ins Bett gehe, einfach Morgens nicht mehr aufwachen - es wäre doch besser für alle, wenn es mich nicht mehr gäbe', durch den Kopf geht.

Ich hatte mir die Adresse seiner Wohnung besorgt und wollte ihm gegenüber treten. Ich würde ihm schonungslos sagen was er mir angetan hat, und das ich selbst heute noch immer darunter - nein genauer UNTER IHM - leide. Der Kloß im Hals wurde zwar immer größer und die Schritte dafür immer kleiner, aber ich stand dann vor dem Eingang und starrte auf das Klingelschild.

Nur ein Wort!
Sunk.
Das war alles.

Aber mir wurde schwindelig.
Ich sah den Riesen mit dem Lederkoppel in der Hand aus der Tür rauskommen, um mich dafür zu prügeln das ich zu spät dran bin. Was soll's - Ich hatte schon lange keine Angst vor seinen Schlägen mehr... War es der alte Hass, oder der neue Mut endlich die Geister zu besiegen zu wollen?

Egal!
Ich klingelte.

Eine kleine nette alte Dame öffnete die Tür. Ich sagte ihr wer ich war und das ich zu IHM wollte.

ER hatte wieder mal recht behalten - ich hätte auch diesmal die Prügel verdient gehabt. Ich war tatsächlich wieder zu spät gekommen.

Die nette alte Frau war seine zweite Ehefrau. Sie sagte mir das ER seit 12 Jahren tot war.


!!!! UND JETZT ???





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