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Alle Namen von den Personen die auf den weitern Seiten vorkommen sind frei erfunden Jegliche Ähnlichkeiten mit noch lebenden Personen wären rein zufällig! Dies machen wir unfreiwillig und einzig aus rechtlichen Gründen. Aber alle geschilderten Begebenheiten haben so und nicht anderes stattgefunden.



Der Ausflug Teil III

Text zum Thema LippenBekenntnisse

So saßen wir noch lange Zeit, auf die Elbe blickend, am Strand und schwiegen. Dann fummelte Rolfie seine Reval-Zigaretten aus der Jacke, und als wenn es das Normalste von der Welt war, bot er mir eine Kippe an und gab mir Feuer. Ich bemerkte sehr wohl seinen prüfenden Blick, tat aber so, als wenn nichts war. Außerdem hatte ich ja noch das Schlimmste vor mir. Wie sollte ich es bloß anfangen ihm klarzumachen - was da im Heim vor sich ging? Das er zum Abschuss freigegeben war.

"Wollen wir ein wenig rumlaufen", holte mich Rolfie mich mit seiner Frage aus dem Grübeln raus.
"Das können wir gerne gleich machen, wenn wir aufgeraucht haben. Erst muss ich noch etwas loswerden, was mir zu schaffen macht". Ich hatte mich inzwischen schon wieder so weit gefangen, dass ich mich wieder 'stark genug' fühlte, um den 'knallharten Kerl' raushängen zu lassen. Nervös stand ich auf und scharrte mit dem Fuß in dem Sand.
Vielleicht geht es ja einfacher, so 'von oben herab'.
Wer weiß?

Aber auf jeden Fall mit Distanz, das ist wichtig – bedeutet Sicherheit. Ich ertrage keine Nähe, hasse Gefühle – wäre gern ganz weit weg!

"Also...es fällt mir bestimmt nicht leicht...", fuhr ich dann fort, "...aber du weißt ja das ich dich gerne habe, und dich auch immer respektiert habe. Das ich DAS alles, was ich dir gerade erzählt habe, noch nie jemand Anderen erzählt habe, ist dir ja wohl auch klar – Oder?". Verwundert schaute Rolfie mich an.
Aber ich wollte nicht das er mich unterbricht – ich hatte jetzt Fahrt aufgenommen, wollte nicht mehr aufhören.
"Nein, lass mich weiterreden. Ist eh schon schwer genug für mich", redete ich einfach weiter auf ihn ein, während ich dabei die Kippe im hohen Bogen in die Elbe schnippte. Mein Entschluss war gefasst, und nichts würde mich davon abhalten ihm zu stecken, wie nahe er an einer Kündigung schwebte.

"Pass auf, wir wissen beide was du für Jungs empfindest. Bitte nicht sauer sein, ich würde ja auch gerne weiter so tun, als wenn nichts wäre, aber da ist so einiges am Brodeln im Heim - von dem du anscheinend nichts mitbekommen hast!".

Rolfie schnappte nach seiner Coca Cola und hielt sie mir hin.
Aber ich wollte nicht, schüttelte nur mit dem Kopf, redete weiter.
"Versteh mich nicht falsch, aber ich will dich nicht verlieren. Als Mensch und Erzieher meine ich. Irgendeiner aus unserer Gruppe muss sich über dich in der Heimleitung beschwert haben. Wegen dem Eincremen und dabei zugrapschen.

Wir...
Nein, das ganze Heim weiß doch das du...".

Hier brach ich ab.
Ich konnte es einfach nicht, nicht bei Rolfie. Ich hatte wahrlich schon herbe Sprüche in Hamburg losgelassen, aber bei dem Gedanken, jetzt Rolfie gegenüber auszusprechen das er ein schwuler Pedo ist, da blieb mir dann doch einfach der Atem weg.

"Ist schon gut Jürgen. Ich weiß was du mir sagen willst. Ja, es stimmt – ich liebe Jungs. Aber ich habe nie jemanden von euch je etwas getan. Mir sind die ganzen Jungs auch egal. Weißt du auch warum", fragte er mich, völlig ruhig und gelassen. Na ja – der sanfte Unterton und leicht 'belegt' war die Stimme denn doch, und die Hände waren auch nicht gerade ruhig dabei, genau genommen.

Aber sein Blick, der wich meinem nicht aus. Ich fühlte wie mir heiß wurde.

Diese Augen.
Da sprühte ein Feuer drin, das einem Angst und Bange werden konnte.

Ich wollte es gar nicht hören, was er gleich sagen würde.
Ich kannte diesen Blick schon, zur Genüge sogar.

Alarmstimmung – Panik stieg auf, ich musste es verhindern – wollte es nicht hören, nicht von ihm.
Er sollte meine Vaterfigur bleiben – meine Festung im Kampf um mein Leben. Der einzige Mensch auf dieser Welt, den ich achtete und respektierte – der mich unter Kontrolle halten konnte.

"Ja, ich weiß warum", fuhr ich ihn schärfer an, als ich es eigentlich wollte.
"Du bist bis über beide Ohren verliebt in mich, oder hast du gedacht ich bin so blöde und merke das nicht? Aber darum geht es doch hier gar nicht. Ich habe noch nie ein Problem damit gehabt, oder habe ich jemals versucht dich damit fertig zu machen? Mir ist das alles scheiß egal – wer mich liebt und auch wer mich hasst. Aber ich will nicht das die dich am Arsch kriegen und dich rausschmeißen".

Ich fing schon wieder an abzudrehen.
Der Gedanken - ohne ihn den Rest meiner Zeit in dem Stall verbringen zu müssen, schwirrte mir durch den Kopf.

"Darum geht es du blöder Hund", fing ich jetzt schon an zu kreischen.
Völlig außer Rand und Band geriet ich mal wieder, von einer Sekunde auf die andere. Ich sah mich schon unter der S-Bahn liegen, zermatscht - weil die Idioten im Heim mich niemals in den Griff bekommen würden. Keine Ahnung warum Rolfie das schaffte, scheiß egal auch – aber ich lebte noch immer, das reichte doch wohl?

"Kannst du nicht einmal deinen Verstand wieder einschalten? Was soll ich den machen - wenn du nicht mehr da bist?". "Gerade DU solltest es doch wissen, wie wichtig du für mich bist...".

"Was wäre ich denn in diesem Stall, wenn Du nicht mehr da bist.
Meinst du denn wirklich, dass irgendeiner von den Pennern mich jemals in den Griff bekommen würde? Nur dir zuliebe versuche ich doch ein halbwegs passables Benehmen an den Tag zu legen. Um dir das Leben zu erleichtern, deine Beurteilung als Erzieher nicht in den Keller zu reißen".

"Das hat bei mir auch nichts mit Liebe zu tun!
Ich kann und will gar nicht lieben. Ich kann jeden der es will an meinem Körper rumdaddeln lassen, aber das hat nichts mit Liebe und der ganzen Scheiße zu tun". "Ich achte und respektiere dich – das muss dir reichen. Mehr geht da nicht...
und das nicht WEIL du es bist, sondern WEGEN dir". "Glaubst du im Ernst, dass ich dich noch achten und respektieren könnte, wenn wir zusammen vögeln?".

Dieser fiese Hass stieg wieder in mir auf.
Der mich zum Tier machte, der mich absolut gleichgültig werden ließ.
Meine Stimme hatte sich wieder gefangen, wurde schlagartig eiskalt und schneidend.

"Du willst meinen Körper – bitte greif ruhig zu, ich habe kein Problem damit".
"Aber das wäre genau der Moment, wo ich endgültig sterben würde. Dann würde der Rest Achtung und Ehre, den ich mir immer noch bewahrt habe, endgültig verloren gehen".

Ich zitterte vor Wut und Hass - Alles tobte und schrie in meinem Kopf durcheinander.
Dieser ganze Frust, über den diesen Müll - den die Menschen Liebe nennen! Wie oft schon hatte ich mir von diesen scheiß Menschen, die vor Geilheit schon keine Luft mehr bekamen, egal ob Mann oder Frau, diesen blöden Scheiß wie 'ich liebe dich' anhören müssen.

Das kalte Kotzen überkam mich, wenn ich nur daran dachte.

Und nun sitzt da mein Rolfie, und wollte mir genau diesen Scheiß erzählen.
Mag ja durchaus sein das ER es ehrlich damit meinte. Sehr wahrscheinlich sogar, da er noch nie ernsthaft versucht hatte mich 'anzugehen', aber das ist nun mal nichts für mich. Mit zehn, elf Jahren hatte ich diese ganze Scheiße noch gerne gelesen und auch von Ute gehört.

Aber das war in einem anderem Leben!
Das hatte SIE mir auch gründlich genommen.
Nein, es gibt keine Liebe!

Jedenfalls nicht so, als reine Empfindung. Immer ging es nur ums vögeln.
Diese Sprüche, von der großen Liebe und diesem ganzen Müll, haben die sich nur ausgedacht um einen ins Bett zu bekommen. Was war denn - wenn es hart auf hart kam. Wo waren denn da die Leute - die einen doch so sehr liebten?

NE – Scheiß drauf, nicht mehr mit mir.
Nie wieder.

Ich grinste ihn voller Hohn und Spott an, kurz vor der Schwelle zum Ausstieg aus meinem Körper.
Mein ‚Freund’ schaute schon über den Rand...

"Wenn du mich vögeln willst, denn sage es und ab geht die Post. Ich kann dir auch gleich hier einen blasen. Aber müll mich bitte nicht mit so einer Scheiße zu", zischte ich Rolfie entgegen, drehte mich hastig um und ging zum Wasser.

Er sollte es nicht sehen, wie mir der Hass die Tränen in die Augen trieb...
Und den Blick, der diesen irren Glanz bekam.

Er war doch letztlich auch nur so eine arme Sau!



Anmerkung:
Egal – ich hab mich wieder gefangen, nichts weiter passiert.
Wir haben uns dann doch noch vernünftig weiter unterhalten. Er versprach mir - sich besser vorzusehen in Zukunft. Und die Finger von den Jungs zu lassen, jedenfalls bei uns im Heim! Zuschauen beim Duschen und bei der Höhensonne OK, aber anfassen verboten.

So wie es schien, hatte er begriffen, dass es nichts mit Eifersucht von mir zu tun hatte, sondern wirklich nur um 'seinen Kopf' und mein Leben für mich dabei ging!




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