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Alle Namen von den Personen die auf den weitern Seiten vorkommen sind frei erfunden Jegliche Ähnlichkeiten mit noch lebenden Personen wären rein zufällig! Dies machen wir unfreiwillig und einzig aus rechtlichen Gründen. Aber alle geschilderten Begebenheiten haben so und nicht anderes stattgefunden.



Der Ausflug /Teil II

Text zum Thema Verarbeitung, Verdrängung

"Hast du an einem bestimmten Ort gedacht, oder ist es dir egal wohin wir fahren", fragte Rolfie.
Er stand pünktlich zum Schulschluss in der Nähe der Schule, um mich abzuholen, wie wir es besprochen hatten. Den ganzen Vormittag in der Schule hatte ich mir schon den Kopf zerbrochen, wie der Tag verlaufen sollte. Ich wusste ja selber das er Recht hatte, aber es war eben unmöglich für mich - mit Jemanden über meine Zeit in Glückstadt zu reden. Ist schon komisch, dass es leichter ist zuzugeben das man etwas geklaut, oder sich in Schwulenkreisen rumgetrieben hat, als über meine fiese Zeit in Glückstadt mit jemanden zu reden.

Hatten 'SIE' mir ja auch zu gut reingeprügelt – das alles ganz alleine meine Schuld war.
Im Grunde genommen hatten sie ja nur versucht einen 'anständigen Menschen' aus mir zu machen, wie es ihre Pflicht war. Es war doch nicht deren Schuld gewesen - das ich daran zerbrochen war.
Ich war einfach nur zu intelligent, auch als Kind schon.
Ich konnte unterscheiden, zwischen Strafe und Willkür, mein Fehler.
War einfach nur zu 'uneinsichtig und störrisch' gewesen, in ihren Augen, denn 'ein Arschvoll' hatte ja schließlich noch niemanden geschadet. Und wenn man schon zu abgehärtet für 'normale' Schläge ist, dann müssen eben Hilfsmittel wie Teppichklopfer, Kochlöffel oder besonders gut, und zum Schluss nur noch verwendet, der breite dicke Lederkoppel von der Feuerwehruniform erlaubt sein.

Die Menge macht’s, schien sowieso das beste Mittel zu sein.
Viel - hilft auch viel!
Irgendwie musste der Schmerz doch noch zu einem durchdringen – damit man begreift wie ‚böse’ man doch ist!

Und was hatte die Pflegemutter denn schon so schlimmes getan?
Letztlich hatte sie doch Recht behalten - mit ihrer Behauptung, dass ihre toten Kinder nie so schlecht geworden wären wie wir, denn Tote entwickeln sich nicht mehr weiter. Das es ungerecht ist - das DIE tot sind, während wir die Welt mit unserer Anwesendheit verseuchten - dass habe ich mir selber schon oft genug gesagt.

Wie gerne wäre ich an deren Stelle gewesen.
Dann hätte Mutter an meinem Grab gestanden und geweint, anstatt immer nur auf mir rumzutrampeln, mich nieder zu machen und 'windelweich' schlagen zu wollen!
Und was ist denn schon dabei, wenn man mit acht Jahren den ganzen Tag von ihr - in allen Einzelheiten - geschildert bekam, was passieren würde, wenn Vater von der Arbeit nachts nach Hause kommt. Was machte es denn schon aus, dass man mitten in der Nacht aus dem Bett geholt wurde, für ein Arschvoll? Tat doch letztlich genauso weh wie am Tag, und war doch somit auch egal!? Das wusste man doch sowieso selber schon zu genau, warum also ihre Folter?

Psycho-Terror – ein Begriff den ich bei dem Psycho-Kasper in einer Sitzung mal aufgeschnappt hatte.
Der traf es wohl am besten.

Aber wie soll man denn als Erwachsener sonst sein Ziel erreichen?
Etwa mit Reden – so ganz ruhig und vernünftig? Oder gar mit Liebe? Verständnis?

Selten so gelacht!
Nein, nein – das war alles schon richtig so gewesen – wie 'SIE' es versucht hatten.

ICH hatte das nur nie begriffen - selbst heute noch nicht!
Und ich habe es auch nie begreifen können, wie sie am nächsten Tag ganz stolz von meiner 'Hinrichtung' unserer Nachbarin berichten konnte. Und keiner der es mitbekam, wie es bei uns zuging, hatte je die Bullen oder das Jugendamt benachrichtigt. Die Nachbarn nicht, der Sportlehrer nicht, und selbst der Kerl von der Behörde nicht.

Einfach unbegreiflich – so was!
Ein netter Nachbarschaftsplausch nur, solche Misshandlungen.
Nicht nur diesmal – oft ging es so!

Und wie bitte schön soll man einen Schwulen klarmachen, was das mit Ute bei mir ausgelöst hatte?
Gibt doch eigentlich keinen Grund darüber zu jammern. Millionen andere Kerle wären glücklich gewesen, wenn sie so was erlebt hätten.

Warum also stellte ich mich nur so an?
Verstand ich selber nicht!
Schließlich war ich doch auch selber Schuld.
ICH war doch neugierig, wollte 'endlich' mal testen, wie eine Frau sich anfühlt – getrieben von den Erzählungen der so viel älteren Jungs meiner Klicke. Mit zehn Jahren ihr 'Diener im Bett', mit elf Jahren 'ihr perfekter Liebhaber', mit etwas über zwölf Jahren keine'‚Jungfrau' mehr - und die ganzen Jahre 'ihr Loverboy auf Zuruf'. Das war das Ergebnis meiner Neugierde. Sie hatte es gnadenlos ausgenutzt, zu ihren Zwecken, mein Bedürfnis nach Nähe und Geborgenheit.

Sie war so viel älter, hätte es so viel besser wissen müssen.
Doch sie hatte mich im Gegenteil dazu angetrieben zu lernen, ein 'Meister der weiblichen Lust' zu werden. Hatte ja auch nicht weh getan, und zeitweise auch richtig Spaß gemacht – ganz genau genommen. Ich hatte mich richtig da reingesteigert, wollte etwas taugen...
ihr Freude machen, geliebt werden, wenigstens von einem Menschen auf dieser Welt.

Ich habe dadurch mit elf Jahren Bilder gesehen, von denen selbst Erwachsene gar nicht wussten, dass so etwas möglich ist. Sah Tiere plötzlich mit ganz anderen Augen.

Na ja... meine Schuld, ich war schon damals zu ausufernd, selbstzerrstörerisch, und so unendlich voller Hass.

Mein größtes Problem war wohl, dass ich mich am Ende eben so be- und ausgenutzt von Ihr fühlte.
Es ging ihr nicht mehr darum mir Wärme, Nähe und Geborgenheit zu bieten, wie vor dieser unheilvollen Nacht meiner Neugierde. Ohne 'diese Gegenleistung', gab es das alles nicht mehr für mich.

Ich war da schon eine Nutte, genaugenommen.
War nur ein Gegenstand für sie, der ihr Lust und Freude brachte, nicht der Mensch, den sie doch angeblich liebte. Den sie früher einmal tröstete, wenn ihre Eltern es mal wieder 'übertrieben' hatten. Ich hatte mir geschworen nie wieder in meinem Leben einem Weib so blind zu vertrauen... geschweige denn 'zu bedienen', wie damals Ute.

Das war das Ergebnis... Frauen – Nein danke!

Und wie soll ich das jetzt Rolfie klarmachen?
Wie kann man das, was man dabei empfunden hat, in Worte fassen...
um es jemand Anderen klarzumachen?

"Ich glaube wir sollten Wedel fahren, da können wir uns dann bei Schulau an den Strand packen. Ist doch schön leer dort, so mitten in der Woche. Sind ja auch nur ein paar Kilometer bis dahin. Mit dem Blick auf das Wasser kann man besser denken und reden – ich jedenfalls", machte ich Rolfie als Vorschlag.

War eine schöne Strecke nach Wedel, aber leider viel zu kurz. Wir haben nicht geredet, während der ganzen Fahrt nicht. Die Felder, Wiesen und der Wald rauschten, unbeachtet von mir, an uns vorbei. Wir waren wohl beide zu sehr damit beschäftigt uns einen Schlachtplan zurecht zu legen. Jedenfalls würde ich mit Sicherheit auch mit ihm nicht über die wahre Geschichte mit dem Schrebergarten und den Hasen reden – das stand für mich fest.

Daran biss sich schon der x-te Psycho-Kasper die Zähne dran aus.
Ich wusste schon immer ganz genau, dass ich DAS nie jemanden erzählen würde. Keiner sollte je erfahren, wie nahe ich daran war zu einem Monster zu werden. Sollten sie alle ruhig weiterhin glauben - das ich ein Tierquäler und Hasenkiller bin. Damit kann ich wunderbar leben – das geht mir am Arsch vorbei.

Nicht das ich der Meinung war, das es falsch gewesen wäre, was 'mein Freund' als Plan ausgearbeitete hatte – nicht deswegen. Nur - was hätte mich dann noch von dem gewalttätigen Pack unterschieden?

Das einzige worauf ich immer stolz war - ICH schlug nie – niemals!
Gewalt gegen Sachen, das ist OK und macht nichts. Das kann man ersetzten. Autoreifen, die zerstochen werden, werden einfach durch neue ersetzt – Nicht wahr Herr Hasser?
Das ist eine Frage der Versicherung. ber Narben, die Schläge – egal wie brutal auch immer, und egal ob 'berechtigt' oder auch nicht – auf der Seele hinterlassen, die kann man nie wieder reparieren und durch nichts ersetzten.

Dagegen - oder besser dafür - gibt es auch keine Versicherung!
Jetzt, wo ich mit Abstand über die 'Geschichten' in Glückstadt nachgedacht hatte - wenn der Horror mich mal wieder einholte in meinen Träumen - war ich mir sicher, dass ich letztlich doch richtig gehandelt hätte - damals. Ich hätte es so machen sollen - so wie 'mein Freund' es wollte. Dann wäre endlich Ruhe gewesen vor dem Pack.

Aber so geht es einfach immer weiter.
Immer wenn ich dachte das ich endlich mal wieder zur Ruhe kommen würde, dann fing irgend jemand an in den Wunden rumzustochern.

Und prompt stehen diese Bilder wieder vor meinen Augen.
Dieser wutschnaubende Riese und die hämisch grinsende Schlampe mitten auf dem Sofa! Pralinen in sich stopfend, während meiner 'Hinrichtung'.

Das Klatschen des Lederkoppels – der auf meinen Körper traf.
Dieser fiese schneidende Schmerz.
Unbeschreiblich, auf so zarter Kinderhaut.

Der sich von der Stelle aus, wo der Schlag mich traf, sich langsam über den ganzen Körper ausbreitet.
Als wenn man einen Eimer heißes Wasser langsam an dieser Stelle ausgießen würde, und das heiße Wasser dann langsam aber sicher in alle Richtungen über den ganzen Körper läuft.

Das Gefühl macht sich dann auch wieder breit.
Nie werde ich das vergessen – und erstrecht nie verzeihen!

Die Elbe verschwamm immer mehr vor meinen Augen, und der Sand lief langsam durch meine Hände.
Die Tränen liefen mir in Strömen das Gesicht herunter. Ich hatte es gar nicht gemerkt - das es nur so aus mir herausgesprudelt war. Wie ein Wasserfall redete ich mir diesen ganzen jahrelang angestauten Müll von der Seele runter. Ich hatte keine Ahnung, was von alledem ich da preisgegeben hatte – ich hatte total die Kontrolle verloren. Dem großen Haufen Sand zwischen meinen Beinen nach, musste es schon eine ganze Weile so gegangen sein.

Ich fühlte mich total erschöpft und leer – einfach ausgebrannt.

Hilfesuchenden drehte ich mich zu Rolfie um.
Da saß dieser große hagere Mann – in Tränen aufgelöst. Als wenn er das alles selber gerade durchgemacht hätte. Ich rutschte zu ihm rüber, legte meinen Arm um ihn - um ihn zu trösten.

’Immerhin ist es doch schon so lange her, letztlich geht es mir doch jetzt gut - im Heim und bei dir...’.
Irgend so was ähnliches hatte ich ihm in meiner Hilflosigkeit gesagt.

Ich konnte es einfach nicht ertragen ihn flennen zu sehen – nicht wegen mir.

Das war ich nicht wert, und...
Er konnte doch nichts dafür – Er hatte mir doch noch nie etwas getan.




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