Informationen über sexuellen Missbrauch & Misshandlung
     

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Das Schweigen des Opfers
Thema: sexueller Missbrauch

 aus dem Kapitel » sexueller Missbrauch «


Untrennbar mit der Erfahrung des sexuellen Missbrauches ist:
das Nicht-darüber-reden-können [und dürfen] verknüpft. Vor allem beim sexuellen Missbrauch innerhalb der Familie ist Schweigen das oberste Gebot. So sehr sich die Kinder das auch wünschen, sie können nicht darüber sprechen.

Die Drohung des Täters, das Kind zu prügeln oder gar zu töten, kommt nicht selten vor - ist aber oft genug nicht nötig. Das Kind ist gewöhnt, aufgrund der Autorität des Älteren zu gehorchen. Zu Beginn des Missbrauch ist es vielleicht verwirrt, meint sich geirrt zu haben und dass das nicht wieder vorkommt.

Das Kind fühlt sich mitschuldig!
Eine Empfindung, die vom Täter oft nach besten Kräften geschürt wird.

Die Täter sagen oft:
- du bist so sexy, dass ich mich nicht zurückhalten kann
- du bist so schlecht und hast es nicht verdient
- du willst es in Wirklichkeit doch auch
- alle machen dies mit den Kindern, wenn sie sie lieben.

Das betroffene Kind hat keine Information über die Häufigkeit des Vorkommens des Missbrauchs, es glaubt dann oft, es sei das einzige Kind, dem das passiert. Es beginnt, an seinen eigenen Gefühlen und seiner Wahrnehmung zu zweifeln, denn der Täter muss doch Recht haben. Dazu kommt, dass auch kleine Kinder sehr wohl wissen, dass die Existenz der Familie von ihnen abhängt.

Der Täter malt es ihnen vielleicht aus:
- Papa im Gefängnis
- das Kind selbst und die Geschwister im Kinderheim
- Mama mittellos und allein

Vor allem die Mutter muss geschont werden.
Sie soll nicht enttäuscht und traurig sein, ihre Liebe darf nicht verloren werden. Es mag auch sein, dass das Kind die Mutter als schwach und untergeordnet erlebt, sich keine Hilfe von ihr verspricht. Oftmals entwickeln diese Kinder auch eine unglaubliche Stärke, um die Verantwortung für die gesamte Familie zu tragen. Zu dieser Verantwortung gehört oft auch die Erduldung der sexuellen Gewalt, um jüngere Geschwister zu schützen.

Das Netz das dies Kind umspinnt, und das dies Kind mit seinem Schweigen sichert, ist engmaschig:
Angst, Scham, Schuldgefühle, Bedrohung, Erpressung, Bestechung, Lügen, Unglauben, Rücksicht auf die Familie...

Und das Schweigen des Kindes macht dies alles noch viel schlimmer.
Keine Aussicht auf ein Ende des Missbrauchs, Steigerung der sexuellen Gewalt und die Gewissheit, dem allen hilflos und ohnmächtig ausgeliefert zu sein.

Wagen es die Opfer doch einmal das Schweigen zu brechen, stoßen sie oft auf:
- Unglauben,
- Ablehnung,
- Vorwürfe oder gar
- Beschimpfungen von allen Seiten.


Doch Kinder sagen die Wahrheit,
wenn sie von sexuellem Missbrauch berichten.
[mit seltenen Ausnahmen]


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