Informationen über sexuellen Missbrauch & Misshandlung
     

Share on Facebook

Was ist ein Trauma
Thema: sexueller Missbrauch

 aus dem Kapitel » Folgen des sexuellen Missbrauchs «

Was ist ein Trauma

Ein sinnvolles Medium, dieses Wissen gleichzeitig wissenschaftlich korrekt und doch laienverständlich aufbereitet zu vermitteln, ist der Film. Aus diesem Grunde haben wir uns dazu entschlossen, auf ein dreiteiliges Filmprojekt zu verweisen.
externer Link: zum Filmprojekt



Trauma Definitionen:


Das Trauma ist eine begonnene Handlung, die
- nicht zu Ende geführt werden konnte,
- die aus einer Hilflosigkeit,
- nach einer vergeblichen Kampf-Flucht-Reaktion,
nach Vollendung strebt.

Die psychische Traumatisierung lässt sich als:


lebenswichtiges WiderspruchErlebnis zwischen:
- bedrohlichen SituationsFaktoren
- individuellen BewältigungsMöglichkeiten,
das mit Gefühlen von:
- Hilflosigkeit,
- schutzloser Preisgabe,
einhergeht, und so eine dauerhafte Erschütterung von:
- Selbstverständnis,
- Weltverständnis,
bewirkt definieren.

Die Person war Opfer [oder Zeuge] eines Ereignisses, bei dem:
- das eigene Leben
- das Leben anderer Personen
bedroht war, oder das eine ernste Verletzung zur Folge hatte.

Die Reaktion des Betroffenen beinhaltet Gefühle von:
- intensiver Angst,
- absoluter Hilflosigkeit,
- Entsetzen.

kurzgefasst als Merksatz:
Keine HandlungsMöglichkeiten [oder nur minimale]
bei maximaler Hilflosigkeit! [gleichzeitig]


Mögliche Folgen die daraus resultieren [können]:
- posttraumatische BelastungsStörung [PTBS]
- dissoziative Störung, nicht näher spezifiziert [DSNNS]
- dissoziative Identitätsstörung [DIS]
[ehemals: multiple Identitätsstörung]


Ein Trauma ist:


die Reaktionen auf eine überfordernde [existenzielle] Bedrohung mit schnellen, und entsprechend undifferenzierten, 'NotfallProgrammen'.
Normalerweise verursachen Gefühle und AngstReaktionen instinktiv ein KampfVerhalten oder FluchtBestreben.

Wenn aber keines von beiden möglich ist
folgt [meistens] das Erstarren.

["ich war wie gelähmt... konnte einfach nichts dagegen machen"]

Je öfter diese 'NotfallProgramme' ablaufen, desto mehr verfestigen sie sich, und werden in der Folge bei immer geringeren AuslöseReizen aktiviert.

Die traumatische Erinnerung
nimmt die Form aktuellen Erlebens an.



Trauma Auslöser:
außer-/innerfamiliär, Mensch oder Natur,

Trauma Kontext:
vor, während und nach Trauma

Trauma Dosis:
Mono / komplexes Trauma [Häufigkeit, aufsummierend]

Die traumatische Situation kann zu traumatischen Reaktionen führen, die nicht behandlungsbedürftig sind.

Durch die phasenhafte Bewältigung des Trauma:
- Konstriktion [Erstarrung]
im Wechsel mit
- Intrusion, [Wiedererleben]
wird ein:
- Zusammenfügen,
- Betrauern,
- und die Integration
in eigene Biografie bewirkt.

Können die traumatischen Reaktionen allerdings nicht vollendet werden, dann entsteht ein traumatischer Prozess. Die Trauma FolgeStörungen können dabei auch noch lange nach der TraumaSituation auftreten, und führen zu zunehmender Konstriktion bzw. Intrusion, und letztlich zu selbstschädigendem Verhalten, Dissoziation usw.


Charakteristische Trauma FolgeStörungen:


Intrusionen:
sich aufdrängende Erinnerungen, Erinnerungs-Fragmente [flash-backs] usw.

Konstriktion:
Vermeidungs-Verhalten, emotionales Abschalten.

Anhaltende Übererregung:
Unruhe, Schreckhaftigkeit, übermäßige Wachsamkeit [Hypervigilanz], Schlafstörung, geringe Fähigkeit Stress zu Verarbeiten, Erschöpfung.


Bis hier sind PTBS-Kriterien erfüllt - wenn jetzt noch:



Störung der AffektRegulation:
starke Stimmungsschwankungen, Impulsivität, selbstverletzendes Verhalten

Störungen der Wahrnehmung und des Bewusstseins:
Amnesie, dissoziatives Verhalten

Somatisierung:
z.B. Schmerzgefühl bzw. Taubheitsgefühl

Veränderung der Persönlichkeit und des Bedeutungssystems:
chronische Gefühle von Schuld, Ohnmacht, Hilfslosigkeit/Hoffnungslosigkeit


dazu kommen, sind die Kriterien der komplexen PTBS erfüllt,



deren Begleiterscheinungen / Komorbidität:
starkes KontrollBedürfnis, Angst und PanikZustände, depressive Störungen, EssStörungen, Sucht/Abhängigkeiten, dissoziative und Borderline Störungen usw.
sein können.


Kennzeichen einer Dissoziation:


peri-traumatische: [in der Zeit während, direkt nach]
- als Schutz davor körperlich und /oder seelische Qualen wahrzunehmen,
- Speicherung von Ereignis und Reaktion darauf im dissoziativen Zustand.
[dem Bewusstsein nicht mehr zugänglich]

post-traumatische: [auch lange danach - auslösbar durch Trigger]
- Blick ins Leere,
- Gefühl neben sich zu stehen,
- Erinnerungslücken,
- Zeitverlust,
- SchmerzWahrnehmung bzw. SchmerzUnempfindlichkeit,
- LähmungsErscheinungen,
- Seh-, Hör-, Geruchs- oder GeschmacksVeränderungen.


weiter mit: Reaktionen-bei-Opfern
Zurück: ins Hauptmenü



SeitenAnfang Ich hoffe diese Infos haben Dir geholfen, und Du empfiehlst uns weiter


Home