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Alle Namen von den Personen die auf den weitern Seiten vorkommen sind frei erfunden Jegliche Ähnlichkeiten mit noch lebenden Personen wären rein zufällig! Dies machen wir unfreiwillig und einzig aus rechtlichen Gründen. Aber alle geschilderten Begebenheiten haben so und nicht anderes stattgefunden.



Vorwort

Text zum Thema Vergangenheitsbewältigung


Ich bin 1966, nachdem ich fast zehn Jahre bei meinen Peinigern verbracht hatte, nach meiner 'Tat' in die Obhut eines Kinderheims gekommen. Es war für mich, zurückblickend, die Rettung gewesen. Von da an habe ich, bis auf einige kurze unfreiwillige Episoden, meine Erinnerungen an meine Kindheit bis 1966 erfolgreich ins Unterbewusstsein verbannt. Durch meine chaotischen Lebensumstände im Jahr 1973 drängte sich die Erinnerung an meine 'Schwester' Ute ins Bewusstsein zurück.

Ich hatte sie einmal sehr geliebt, obwohl sie mich letztlich nur sexuell missbraucht hatte. Ohne sie hätte ich das alles damals nicht überlebt. Ich nahm sehr viel auf mich um an ihre Adresse zu kommen. Ich besuchte sie dann, aber sie war nicht sehr erfreut mich wieder zu sehen und bat mich nie wiederzukommen. Sie hatte wohl Angst gehabt, dass ich sie für ihr damaliges Verhalten zur Rechenschaft ziehen wollte... keine Ahnung. Eigentlich wollte ich nur ihrem Schutz und ihre Nähe, wie als Kind damals. Ich hatte doch sonst niemand auf dieser Welt. Sie hatte inzwischen ihren 'Matrosen' geheiratet und hat Kinder mit ihm.

Daraufhin hatte ich wieder bis 1979 erfolgreich jede Erinnerung alle beteiligten Personen verdrängt. Völlig unerwartet wurde ich von meinem 'Bruder' Günter beim Einkaufen angesprochen. Er war in meine Heimatstadt gezogen und hatte mich sofort wiedererkannt. Bis zu seinem Tod hatten wir uns dann hin und wieder getroffen, aber nie dabei über unsere Kindheit in Glückstadt gesprochen.

1985 habe ich durch einen Zufall - bei einem Auftritt mit meiner Band - meinen Bruder Gerd in der näheren Umgebung meiner Heimatstadt getroffen. Es hatte ihn von den Pflegeeltern zuerst nach Bremen in die Drogenszene und dann irgendwann nach Hamburg verschlagen. Meine Frau und ich hatten ihn ohne viel zu fragen bei uns aufgenommen, und ihm dann Wohnung und einen Arbeitplatz verschafft. Ein halbes Jahr später verschwand er so plötzlich wie er auftauchte. Seitdem habe ich nichts mehr von ihm gehört oder gesehen. Ich weiß nicht, ob er noch lebt, oder ob er sich schon den 'goldenen Schuss' gesetzt hat! Auch er hat nie mit mir über unsere Kindheit in Glückstadt gesprochen.

Im Januar 2007 brachen, durch das Fieber bei einer schweren Grippe in Verbindung mit einer Lungenentzündung, die bis dahin erfolgreich verdrängten Erinnerungen an meine Kindheit mit aller Macht wieder durch. In meinem Fieberwahn war ich wieder das Kind in der alten Umgebung, und durchlebte alles erneut. Nach einer schweren depressiven Phase nahm ich all meinen Mut zusammen, und setzte mich an meinen Rechner um mit der Aufarbeitung meiner Lebensgeschichte zu beginnen.

Das war im Juli 2007.

In den nächsten Wochen und Monaten, in denen ich hier saß und meine Erinnerungen in die Tastatur tippte, waren mir die Bilder immer wieder vor Augen erschienen.

Ich schrieb nicht über die Geschehnisse - ich erlebte sie!
Die Siedlung und die Stadt waren wieder real vorhanden.
Ich war wieder der kleine Junge von zwölf Jahren.
Ich schrieb und dachte sogar so, wie ich damals gedacht und geredet habe.
Ich erlebte die Vergangenheit, als wären nicht seither über 40 Jahre vergangen.

Eine Freundin, zu der ich ein sehr gutes Verhältnis habe, war in den Urlaub geflogen und hatte mir netterweise ihr Auto für diese Zeit überlassen, da ich mir kein eigenes mehr leisten konnte.

So bin ich dann an den Ort des Geschehens zurückgekehrt.
Ich wollte den Geistern der Vergangenheit die Stirn bieten.

Das war am 5 September 2007






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