Informationen über sexuellen Missbrauch & Misshandlung
     

Share on Facebook

Vorbeugen statt Leiden

 aus dem Kapitel » sexueller Missbrauch «

So [oder so ähnlich] lauten die Warnungen
mit denen die meisten Kinder aufwachsen:


- gehe nicht mit einem Fremden mit -
- steige nicht in ein fremdes Auto -
- nimm keine Schokolade von einem fremden Onkel -
- ziehe dich ordentlich an -
- gehe nicht allein in den Wald -
- sei vor der Dunkelheit zu Hause -

- mache die Tür nicht auf, wenn du alleine bist -


ABER:
Solche Warnsätze, als 'Vorbeugung' gegen sexuelle Übergriffe gedacht, bereitet geradezu den Boden für den Missbrauch. Sie machen Kinder zu fehlinformierte, unsichere, angepasste, abhängige und verängstigte Kindern, denn diese herkömmlichen Warnungen geben ihnen nur unvollständige [teilweise falsche] Information und vermittelt dem Kind keinerlei Sicherheit. Solche [Warn]Sätze - die zudem meist in einem unklarem Kontex dahergesagt werden - verängstigen das Kind nur noch zusätzlich.

Diese Kinder sind dann die idealen Opfer für die Täter!

Sinnvolle Vorbeugung muss Kinder stark machen!
Sie muss die Kinder in die Lage versetzen, sexuelle Übergriffe


- zu erkennen,
- als solche einzuordnen und
- sich dagegen zu wehren.

Das bedeutet, dass sie lernen müsssen sich selbst davor zu schützen.

Die meisten 'althergebrachten' Warnungen führen nur zu:
- Verängstigung,
- Vermeidungsverhalten,
- zur Einschränkung ihrer Bewegungsfreiheit
- und Einschränkung ihrer Selbständigkeit,
- Verstärkung ihrer Abhängigkeit von den Erwachsenen.

Vorbeugung darf auf keinen Fall Angst machen:

Angst erzeugt Schwäche, und Angst lähmt jeden, besonders aber Kinder! Angst entsteht aus Gefühlen von Ohnmacht und Hilflosigkeit. Wir müssen den Kindern statt dessen das Wissen um ihre Stärke und HandlungsMöglichkeiten vermitteln, denn:

  Wissen ist Macht  

Sinnvolle und erfolgreiche Vorbeugung bedeutet:
- die Stärke von Kinder aufbauen,
- die Unabhängigkeit der Kinder fördern,
- die Mobilität der Kinder erweitern und
- die Freiheit von Kindern zu vergrößern.


Fünf Themenbereiche
werden 'als zentral' für eine vorbeugende Erziehung beschreiben:


1. Mein Körper gehört mir.
Der eigene Körper ist wertvoll, und jedes Kind hat das Recht, ihn zu schützen.

2. Bauchgefühl [Intuition].
Maßstab für Mädchen und Jungen sind ihre eigenen Gefühle: 'ich kann mich auf meine Gefühle verlassen'.

3. Berührungen.
Kinder lernen zwischen guten, schlechten, sowie merkwürdigen Berührungen zu unterscheiden - und die beiden letzteren abzuweisen!

4. Nein sagen.
Kinder dürfen und müssen in bestimmten Situationen Grenzen ziehen und Nein zu den Anforderungen Erwachsener sagen. Sie haben die Erlaubnis, nicht zu gehorchen und sich zu wehren.

5. Geheimnisse.
Kinder lernen adäquate Geheimnisse, zum Beispiel Überraschungen, von schlechten, beängstigenden Geheimnissen zu unterscheiden. Wenn Heimlichkeiten unheimlich werden, ist es besser, sich Freunden und / oder Erwachsenen mitzuteilen.

Aus diesen Prinzipien geht hervor, dass sinnvolle Vorbeugung sich niemals nur auf punktuelle Warnungen beschränkt, sondern immer eine Erziehungshaltung ist, die kontinuierlich wirkt.

Dies bedeutet:
dass vorbeugende Aspekte in die Gesamterziehung integriert werden müssen.

Kinder sollen in den oben angeführten Bereichen gestärkt werden, ohne dass gewaltsame sexuelle Übergriffe direkt angesprochen werden müssen. Damit wird vermieden, dass Kinder in dem Gefühl aufwachsen, dass Sexualität und Gewalt zusammengehören - und so ein negatives Verständnis von Sexualität entwickeln.

Dies hat, außer dem vorbeugenden Effekt, noch weitere Auswirkung:
- die betroffenen Kinder fühlen sich angesprochen,
- möglicherweise bekommen sie den Mut, sich gegen sexuelle Übergriffe zu wehren,
- vielleicht erhalten sie Handlungsperspektiven.

Zumindest aber merken sie, dass es Erwachsene gibt, die von dem Problem wissen.

Spiele, Geschichten, Bilderbücher, Lieder, usw. können Gesprächsanlass sein, sodass eine Atmosphäre der Offenheit entsteht die betroffene Kinder ermutigt sich anzuvertrauen.


weiter mit: das Schweigen des Opfers
Zurück: ins Hauptmenü



SeitenAnfang Ich hoffe diese Infos haben Dir geholfen, und Du empfiehlst uns weiter


Home