www.kinderqualen.de - alles wissenswerte über sexuellen Missbrauch, Misshandlung und deren Folgen
[an error occurred while processing this directive]


 aktuelle Seite: 
/Vater-s-Tag-II-HeimZeit-Band-II.160.0.html

Auf dieser Seite nach einem bestimmten Wort suchen und makieren

Alle Namen von den Personen die auf den weitern Seiten vorkommen sind frei erfunden Jegliche Ähnlichkeiten mit noch lebenden Personen wären rein zufällig! Dies machen wir unfreiwillig und einzig aus rechtlichen Gründen. Aber alle geschilderten Begebenheiten haben so und nicht anderes stattgefunden.



Vater[s]Tag II

Text zum Thema Vater, menschliche Schwäche

Ausgekoppelt und umgearbeitet als Geschichte für ...

So viel also zu Onkel Günther.
Mehr viel mir dazu beim besten Willen nicht ein.

Der steht mir jetzt gegenüber.
Groß, schlank und braungebrannt, mit seiner dummen Sonnenbrille im Gesicht. In einem Zimmer mit Sonnenbrille – muss man da noch mehr über einen Menschen sagen?
"Hallo Jürgen, ich habe mich so darauf gefreut dich zu sehen. Wenn ich gekonnte hätte, wäre ich schon viel früher gekommen, aber du weißt ja – Geschäfte". Schweigen. Er nimmt die Brille ab und mustert mich.
'Ist wohl doch zu dunkel so – du Trottel', denke ich.
"Freust du dich gar nicht mich zu sehen? Ach - ich verstehe schon. Ist wohl zu überraschend für dich!". Er dreht sich zu dem Erzieher um und fragt: "Kann ich mit dem Jungen alleine sein und in die Stadt in die Eisdiele fahren".

Kein Problem einen Jungen von hier mitzunehmen.
Hätte ich ihm auch so sagen können. Man gut, dass er wirklich mein Onkel ist.

Sein Gerede ist mir gleich, ich weiß schon gar nicht mehr was ich mit dem ganzen belanglosen Scheiß anfangen soll - den die Leute so sagen, weil sie der Meinung sind etwas sagen zu müssen. Ich glaube 'Small Talk' oder so nennen die Leute das. Ich bin da anders, Reden um des Redens willen ist meine Sache nicht. Wenn es nach mir geht, sollte man nur Reden, wenn man auch was zu sagen hat. Inhaltlich meine ich – nicht autoritär!

An der Strasse geht er auf einen schicken Opel Admiral zu, und klimpert dabei ganz stolz mit dem Schlüssel in der Hand. Itzehoer Kennzeichen. 'Na dann ist er also wieder zurück in der Stadt. Der Wagen sieht nicht gerade billig aus und ist sehr gut gepflegt', meine Gedanken dabei.

'Muss wohl doch viel Geld mit Zuhälterei zu machen sein!'.
Uh, welch böse Gedanken.
Aber doch nicht dein Onkel. War doch alles nur ein Justizirrtum. Schon vergessen? Fünf Jahre Zuchthaus, aber na klar unschuldig. Konnte mich schwach daran erinnern das mal aufgeschnappt zu haben, als Nachbarn Vater auf den Verbleib von Onkel Günther angesprochen hatten.

Nun fahren wir schon die dritte Runde durch die Strasse, nur weil direkt vor der Eisdiele kein Parkplatz frei ist. Anstatt irgendwo anders zu parken und die paar Schritte zu laufen. Irgendwie sind alle Erwachsene bescheuert.
"Was bringt dir das denn, wenn die Leute sehen das mit diesem Schlitten vorfährst. Dich kennt hier doch keine Sau. Park doch einfach da vorne – da ist doch ein Platz frei".

Geil... den Blick hättest du sehen müssen.

Wüsste nur zu gerne ob er so erstaunt darüber war, dass ich doch reden konnte, oder über das Gesagte. Jedenfalls parkte er jetzt da ein, und wir gingen die paar Schritte zur Eisdiele zu Fuß.

Ich weiß, jetzt hier auf dem Papier sieht das alles sehr schweigsam aus. Stimmt aber nicht – er laberte mir die ganze Zeit die Taschen voll, nur eben Bla, Bla. Wer will so was lesen? Du? Na also! Aber jetzt wird es langsam interessant – also aufgepasst!

"...und der Punkt ist, dass ich jetzt ein Schreiben vom Jugendamt bekommen habe – Sag mal, hörst Du mir eigentlich zu?".
"Na klar Onkel Günther, die ganze Zeit, du lebst wieder in der Stadt, hast eine Frau kennen gelernt, du willst Heiraten, willst dich selbständig machen mit einem Schiff – soll ich noch mehr wiederholen", fragend, schaue ich ihn abfällig über meinen Eisbecher an.
"Nur... was hat das mit mir zu tun. Wenn du gekommen bist, um bei mir damit anzugeben wie toll du bist, dann hast du dir leider den Falschen ausgesucht. Das mag ja immer bei den bekloppten Pflegeeltern hingehauen haben, aber etwas mehr Niveau als die habe ich allemal".

Oh ja, ich haue gern drauf.
Rücksichtnahme ist meine Stärke nicht mehr. Das war mal. Warum auch sollte ich mir anhören wie toll es ihm ging. Half mir das irgendwie weiter? Nein! Na also. Was soll der Scheiß dann? Warum falsche Rücksichtnahme, auf mich nimmt auch keiner Rücksicht.

"Du könntest ruhig etwas netter sein! Immerhin habe ich mir ja die Mühe gemacht, und bin den weiten Weg hierher gefahren um dich zu sehen", keift er mir entgegen, und versucht mir mit seinem Blick die Fresse zu polieren.
"Ist ja schon gut, erzähl ruhig weiter - ich hör dir ja zu", entgegne ich völlig ruhig und gelassen.

Menschen sind so leicht zu durchschauen. Wenn er nichts von mir gewollt hätte, als mich zu besuchen, hätte er mir eine gescheuert und wäre abgehauen. Also, mal sehn was er will!
"Na gut - also wo war ich stehen geblieben...Ach ja, der Brief vom Jugendamt. Also am besten gebe ich dir den mal, dann kannst du den selber lesen".

Was geht mich sein Brief von Jugendamt an?
Alarm! Da ist was faul...Das kann ich förmlich riechen.

"Warum soll ich den denn lesen? Was gehen mich deine Briefe an", frage ich mich – und auch ihn – laut. Nervös schaue ich auf den Zettel den er über den Tisch hält.

"Nimm schon, dann wirst du ja sehen", drängelt er. Also nehme ich den Zettel damit er Ruhe gibt.
Jugendbehörde Hamburg...den...

Sehr geehrter Herr Mustermann
.....bla bla bla...... ..........bla bla bla...... ..........bla bla bla......

empfehlen wir Ihnen dem Kind Jürgen Mustermann zu offenbaren das sie der Kindsvater sind.

.....bla bla bla...... ..........bla bla bla...... ..........bla bla bla......

In der nächsten Stufe können wir dann einem Wochenende gemeinsam mit Ihrer Verlob......

Stop, noch mal zurück... Wie war das? ..........bla bla bla......

.....Kind Jürgen Mustermann zu offenbaren, das sie der Kindsvater sind.

Hört sich irgendwie komisch an.
Breites Grinsen auf der anderen Tischseite.

Noch mal: dem Kind Jürgen Mustermann - also ich
Mhhhhhh, soso, ...sie der Kindsvater sind – ER? Onkel Günther?

"Na was sagst du jetzt - freust du dich", fragt der Kerl mit stolzgeschwellter Brust.
"Weist du noch, damals auf dem Boden? Wo ich dir gesagt hatte das du dich noch wundern wirst was ich dir zu sagen habe. Und wenn überhaupt einer das Recht hat dich zu schlagen - dann ich", sülzt er mich weiter voll, und seiner Stimme nach ist der auch noch stolz auf damals. Na gut, da wo er war hatte er auch viel Zeit sich das schön zu denken.

Dann sitz mir ja wohl mein Vater gegenüber – aber warum fühle ich denn nichts?
Keine Freude, aber auch keine Empörung darüber, dass er das so lange verschwiegen hatte – obwohl er doch eine Zeitlang unter einem Dach mit uns lebte.

Ganz ehrlich? Es ist mir scheißegal.
Aber was sage ich dem jetzt. So wie der mich anglotzt, erwartet er wohl ein großes Lob.

"Und was soll der Scheiß", frage ich ihn leicht hassig.
"Was willst du jetzt damit erreichen? Soll ich dir um den Hals fallen und Tränen der Freude vergießen? Merkst Du überhaupt noch was? Womöglich erwartest du jetzt noch das ich dich Papa nenne! Du tickst doch nicht richtig".

Wenn er doch wenigstens so viel Anstand gehabt hätte es mir zu sagen.
Aber einfach so einen Zettel rüberzureichen und sagen lies mal, ich bin es, Papa! Ob ich wohl jemals in meinem Leben einen halbwegs normalen Erwachsenen kennen lernen würde, oder ist es Voraussetzung bescheuert zu sein, um als Erwachsener zu gelten?

Erst mal Schweigen – auf beiden Seiten.
Aber ich bin sicher, dass wir gerade dasselbe gedacht haben – wetten?
Er mit stolz geschwellter Brust als frisch gebackener Vater. Und ich mit meiner coolen Reaktion.

Damit hat er wohl nicht gerechnet

Aber der Frieden sollte nicht lange halten.
Ich hatte ja gelernt das hinter jedem Angebot auch eine Forderung versteckt ist!
"Also was soll das? Du bist doch nicht gekommen um unbedingt mein Vater sein zu wollen? Was steckt also hinter dem Scheiß? Irgendwas hast du doch vor", fragte ich wieder ruhig und abwartend meinen Onkel – äh sorry – Vater?

"...bla, bla Heiraten, bla, bla, von meinen Kindern erzählt, bla, bla, will euch kennen lernen, bla, bla, war lange auf See, bla bla, Kapitän...", schwoll es aus ihm heraus.

"Stop! – Wie war das? Du bist zur See gefahren und Kapitän?
Kann man im Knast zur See fahren? Das ist mir aber ganz neu", zischte ich ihn an.
"Ich finde wir fahren jetzt erst mal an den See, da können wir ungestörter reden – Wenn du weißt was ich meine!".

Das hörte sich nach einer ganz gewaltigen Räuberpistole an.
Er und Kapitän. Aber vielleicht habe ich ja auch was falsch verstanden. Kann ja sein. Aber besser, wenn keiner zuhören kann! Wer weiß schon was da noch alles kommt.

Ja – so war das damals.
So habe ich erfahren wer mein Vater ist.

Für mich aber unwichtig, da er genauso schnell wieder weg - wie gekommen war. Wir hatten einen Deal. Ich war mit ihm bei seiner Verlobten. Die Witwe eines Reeders auf Männerfang. Deswegen der Kapitän und die Seefahrt.

Ob er das Geld von ihr bekommen hat?
Keine Ahnung, meins hatte ich von ihm bekommen, und ihn nie wiedergesehen!

Aber Knast wegen Heiratsschwindel, davon weiß ich aus meiner Jugendamts-Akte.




Share www.kinderqualen.de/Vater-s-Tag-II-HeimZeit-Band-II.160.0.html to Facebook  Share www.kinderqualen.de/Vater-s-Tag-II-HeimZeit-Band-II.160.0.html to Twitter  Share www.kinderqualen.de/Vater-s-Tag-II-HeimZeit-Band-II.160.0.html to Linkedin  Share www.kinderqualen.de/Vater-s-Tag-II-HeimZeit-Band-II.160.0.html to Google 

http://www.kinderqualen.de wissenswerte über sexuellen Missbrauch, Misshandlung archive
archive
archive
archive