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Alle Namen von den Personen die auf den weitern Seiten vorkommen sind frei erfunden Jegliche Ähnlichkeiten mit noch lebenden Personen wären rein zufällig! Dies machen wir unfreiwillig und einzig aus rechtlichen Gründen. Aber alle geschilderten Begebenheiten haben so und nicht anderes stattgefunden.



Vater[s]Tag I

Text zum Thema Vater, menschliche Schwäche

Ausgekoppelt und umgearbeitet als Geschichte für ...

"Duckie, du sollst sofort reinkommen. Da ist Besuch für dich da", rufend und winkend, kam der kleine Horst ganz aufgeregt auf den Fußballplatz zugelaufen. Völlig aufgelöst stand er vor mir, als wenn der Besuch für ihn gekommen wäre. Mich aber ließ das völlig kalt. Ich wollte keinen Besuch – von Niemand. Ich wollte einfach nur meine Ruhe und Fußball spielen.

Das mit den Besuchern im Heim war außerdem so eine Sache für sich. Ich hatte nicht vergessen wie es 'Langer' ergangen war. Ach Gott ja, habe in der Aufregung ganz vergessen welches Jahr wir haben, aber das ist eigentlich unwichtig. Frühherbst 1968 in etwa. Ich schoss also den Ball zu den anderen auf den Platz zurück, und meldete mich vom Spiel ab.

Ein Onkel von mir ist da?
Konnte ja eigentlich sich nur um Onkel Günther handeln. Sonst kannte ich eigentlich keine Onkel. Familientechnisch meine ich... die 'anderen Onkels' hatte ich schon zur Genüge kennen gelernt, wenn du an die gedacht haben sollten. Aber das ist eine andere Geschichte...

Was will denn der Onkel Günther nur von mir?
Den hatte ich doch, vor ewigen Jahren, in Glückstadt das letzte Mal gesehen, als er mit seiner Gaspistole uns das ganze Haus vernebelt hatte. Das war eine Fete. Wie kann man nur so bekloppt sein, und einen Gasballermann in einem geschlossenen Zimmer abfeuern? Man, haben der Alte und Onkel Günther um die Wette geheult. Und die Alte ist total ausgerastet. Na ja, Alkohol ist eben doch nichts was man trinken sollte, und erstrecht nicht in Unmengen. Da verliert man leicht mal die Kontrolle.
Ich hatte Onkel Günther na klar gefragt, wie man nur so bescheuert sein kann. Man, da kam aber Leben in den besoffenen Arsch. Durch das ganze Haus hat der mich wutschnaufend gejagt. Der gab nicht auf, so das ich bis auf den Boden rennen musste, und mich dort in die Dachschräge reinzwängte, wo er aufgrund seiner Größe nicht mehr hinkam.
"Du hast mir gar nichts zu sagen, und erst recht nicht zu schlagen", schrie ich ihm in meiner Empörung von meinem sicheren Platz aus an. Onkel Günther stand auf der Treppe und keuchte.
"Na warte Bursche. Ich kriege dich noch. Du wirst dich noch wundern was ich dir zu sagen haben. Wenn hier überhaupt einer das Recht hat dich zu schlagen - dann ich", brüllte er mich an, drehte sich um und ging wieder runter.

Das war sein letzter Auftritt.
Ich blieb na klar hier auf dem Boden in meinem Zimmer, so das ich seine Abreise nicht mehr mitbekam. Wie ich dann so auf meinem Bett lag, dachte ich über den Kerl nach. Viel wusste ich ja nicht über ihn. Ich erinnerte ich mich daran, dass Mutter und ich ihn mal 'besuchen' gefahren waren.

In Hamburg.
Ein riesiges Gebäude. Mit Männern in Uniform. Die sagten Mutter, dass ich da nicht mit rein darf und draußen warten muss. So hockte ich dann ewig lange alleine auf einer Holzbank und wartete darauf das sie wiederkam.

Toller Besuch!
Hatte aber auch was schönes.
Auf dem Rückweg, an einer Straßenbahnhaltestelle in Hamburg, lag eine Streichholzschachtel auf der Bank. Ich nahm sie und schüttelte sie, um zu hören ob da noch Streichhölzer drin waren. Kann man ja immer mal brauchen. Und siehe da, es klimperte. Mutter hatte nichts bemerkt, da sie mit dem Fahrplan beschäftigt war. Also schnell nachgeschaut. 2,15DM zählte ich. Ha, ich konnte schon viel weiter zählen. Das hatte Vater mir doch beigebracht. Damit wir den Wert des Geldes besser schätzen lernen. Jetzt war ich reich. Schnell ab in die Tasche damit - bevor Mutter etwas mitbekommt. Sonst wäre es weg. Die konnte immer Geld gebrauchen.

Und sonst?
Stimmt, eine Zeitlang wohnte er auch bei uns – der Onkel Günther. Im Kinderzimmer unten. Dafür musste ich dann mit meinem Bruder Gerd in einem Bett schlafen. Platzmangel!

Aber das dauerte ja nicht so lange.
Onkel Günther hatte bei Vater in der Fabrik einen Job bekommen, und wollte sich später eine eigene Wohnung suchen. So kam er also erst mal mit seinem Pappkarton in der Hand bei uns an, und bekam das Kinderzimmer.

Ach ja – in dieser Zeit nahm er mich auch mal mit zu seinen Arbeitskollegen.
Die wohnten in einer Bruchbude am Hafen in Glückstadt. Alles 'Kanaken', wie Vater immer zu sagen pflegte. Waren wohl Türken, wenn ich das recht entsinne. Die boten mir so einen schmierigen klebrigen Kram an. Keine Ahnung was das war, aber ich wollte es nicht haben – ums verrecken nicht, so eklig kam mir das Zeug vor.

Die 'Kanaken' waren stinksauer auf mich.
Und Onkel Günther erst.

Woher sollte ich denn wissen, dass es bei den Türken zur Gastfreundschaft gehört etwas anzubieten. Das sollte 'Türkischer Honig' gewesen sein. Und es war absolut unhöflich etwas abzulehnen als Gast. Komische Sitten. Andere waren immer froh, wenn sie nichts geben mussten! Das mein Onkel Günther bei denen war um Geschäfte zu machen, habe ich erst erfahren, nachdem er wieder von uns weg war. [Förderung der Prostitution und Zuhälterei, Hehlerei und schwerer Diebstahl laut Akte]

Dafür besuchten wir ihn dann in Hamburg ein zweites Mal.
Diesmal in Hamburg Fuhlsbüttel. Ich musste wieder mit – und wieder draußen bleiben!

Was war da noch – Onkel Günther?
Ach ja – Weihnachten. Das übliche. Tannenbaum, Lieder singen, Gedichte aufsagen, Geschenke auspacken.

Halt – diesmal war etwas anders.
Ein Geschenk von Onkel Günther das er mir persönlich überreichte.

Achtung festhalten – ein Luftgewehr.
Ja doch, ein richtiges echtes Luftgewehr – so ein richtig gutes teures. DIANA prangte da eingraviert auf den Lauf. Und eine Frau in einem Betttuch [?] hielt das Gewehr in einer Hand weit über ihren Kopf gestreckt.

Und das war für mich?
Ja, aber nur an dem Abend. Außerdem wurde ich jetzt, als Waffenbesitzer, dazu verdonnert mit dem Alten in seinen blöden Schützenverein mitzurennen. Haha, das war aber ein kurzer Auftritt da von mir...

Aber auch das ist eine andere Geschichte...

So viel also zu Onkel Günther.
Mehr fiel mir dazu beim besten Willen nicht ein.
Und der steht mir jetzt gegenüber.


Anmerkung:
2,15DM zählte ich.
Na gut, kann auch 2.25 oder gar .35 gewesen sein, zu lange her.
Aber das silber glänzende 2DM Stück und das 5 Pfennigstück, das weiß ich immer noch genau...
Komisch...




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