Informationen über sexuellen Missbrauch & Misshandlung
     

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Schizophrenie als Folge
Thema: sexueller Missbrauch

 aus dem Kapitel » Auswirkungen und Erkrankungen «

Bei einer Schizophrenie wurden psychische Trauma als Ursache bisher kaum in Erwägung gezogen. Einigkeit bestand nur darin, dass psychische Trauma bei einigen psychiatrischen Erkrankungen wie:
- posttraumatisches StressSyndrom,
- dissoziative IdentitätsStörung, usw.
eine bedeutende Rolle spielen.

Der genetischen Einfluss, zur Ausbildung einer Schizophrenie, wird zwar nicht bestritten, aber das psychische Trauma wurde bisher, zugunsten biologischer Faktoren, erheblich unterschätzt.

Schwere psychische Traumatisierungen, wie:
- sexueller Missbrauch,
- körperliche Misshandlungen,
- emotionale Verwahrlosung,
werden inzwischen aber als ein wesentlicher Faktor im UrsachenBündel der Schizophrenie angenommen, sind kausale Faktoren der Schizophrenie. Sie stehen vor allem in engem Zusammenhang mit visuellen Halluzinationen, sowie dem Stimmenhören. [kommentierende/kommandierende Stimmen]

Je schwerer das psychische Trauma war,
desto ausgeprägter sind die psychotischen Symptome.


Bei Patienten mit der Diagnose einer Schizophrenie ergab sich eine Häufigkeit von sexuellem Missbrauch, die auffallend hoch zwischen 51 und 97 Prozent liegt.

Als initiale Symptome einer Schizophrenie
treten sehr oft Schlafstörungen, nicht selten auch depressive Symptome auf.

Gehäuft auftretend Formen bei MissbrauchsOpfern:


Hebephrene Schizophrenie:
ist eine im Jugendalter beginnende Form der schizophrenen Psychose.

Hier stehen affektive Veränderungen:
- der Stimmung der Person,
- Antriebsstörungen,
- Denkstörungen,
im Vordergrund.

Die Betroffenen werden häufig als:
- verflacht,
- emotional verarmt,
beschrieben.

Oft kann man einen Entwicklungsknick beobachten:
- plötzlicher Leistungsabfall in der Schule,
- Abbruch sozialer Beziehungen,
- auffallende Antriebslosigkeit,
- oder Isolierung.

Aufgrund dieser Symptome ist die Abgrenzung einer Hebephrenie von den üblichen aber nicht krankhaften PubertätsSchwierigkeiten nicht einfach.

Schizophrenia simplex [blande Psychose]
setzt im Erwachsenenalter langsam und schleichend ein, wobei die auffallenden halluzinatorischen und wahnhaften Symptome fehlen. Aus diesen Gründen wird sie auch als 'blande Psychose' bezeichnet. Die an Schizophrenia simplex Erkrankten werden von ihrer Umwelt als seltsam und/oder verschroben empfunden, und ziehen sich immer mehr zurück.

Schizophrenia simplex ist gekennzeichnet durch das Vorhandensein von NegativSymptomen und schreitet langsam fort. Sie kann therapeutisch kaum beeinflusst werden. Die Suizidrate unter Betroffenen ist sehr hoch.

Im Allgemeinen gilt dieses Störungsbild, unter anderem wegen starker definitorischer Überschneidungen mit der 'schizotypen Störung', als schwer diagnostizierbar.


PositivSymptome / NegativSymptome



Man unterteilt ein schizophrenes Beschwerdebild in:
- negative Symptome,
- positive Symptome.

Nicht positiv/negativ umgangssprachlich,
denn belastend - und gegebenenfalls diskriminierend - sind alle beide Formen.

PositivSymptome:
Als PositivSymptome bezeichnet man die Übersteigerungen des normalen Erlebens. Schizophrenien mit positiven Symptomen beginnen oft plötzlich, und es gibt keine nach außen auffälligen Merkmale.

- Wahn, [VerfolgungsWahn/GrößenWahn]
- Sinnestäuschungen, [Stimmen, Trugbilder]
- psychotische IchErlebnis Störungen, [GedankenEingebung/GedankenEntzug]
- motorische Unruhe.

Wahn:
bedeutet eine unerschütterliche Überzeugung, die auch durch Fakten nicht zu widerlegen ist. Der Wahn ist dadurch gekennzeichnet, dass die eigene Person wesentlich darin verwickelt ist. Für den Betroffenen besteht die Gewissheit, dass seine wahnhaften Vorstellungen tatsächlich geschehen.

Am häufigsten ist die wahnhafte Überzeugung, dass die Gedanken oder das Handeln von anderen kontrolliert oder sogar gesteuert würden, anzutreffen. Diese Art von Symptomen kann das Umfeld erheblich verunsichern oder gar verschrecken.

Negativ-Symptome:
Als NegativSymptome [MinusSymptome] bezeichnet man die Einschränkungen des normalen Erlebens. Sie wirken auf den ersten Blick weniger auffällig, sind damit aber auch schwerer fassbar und verstehbar.

Es gibt die NegativSymptomatik
auch bei anderen seelischen Störungen.


Dazu gehören:
- Depressionen,
- AngstStörungen
- ZwangsStörungen,
- somatoforme Störungen [psychosomatische Störungen]
- PersönlichkeitsStörungen,
- organische PsychoSyndrome [körperliche Leiden, die zur Beeinträchtigung der Gehirnfunktion und damit ihrerseits zu seelischen Störungen führen]

Am häufigsten sind sie jedoch bei schizophrenen Erkrankungen
Schizophrenien, die mit NegativSymptomatik einhergehen, beginnen oft schleichend. Mit zunehmender Krankheitsdauer verstärken sich üblicherweise

die NegativSymptome wie:
- Antriebslosigkeit, [bis hin zur Apathie]
- verminderte Aufmerksamkeit,
- Interessenschwund,
- Mangel an Schwung, Energie, Ausdauer,
- Mangel an willentlicher Entschlusskraft,
- Unfähigkeit Freude zu empfinden,
- Sprachverarmung,
- Gemütsverflachung,
- Kontaktstörungen.

Diese unterschiedlich ausgeprägten Behinderungen führen zu Kontaktstörung, sozialem Rückzug. [oft auch zu Invalidität]

NegativSymptome
entwickeln sich in der Regel schleichend, und bleiben damit lange Zeit unerkannt. Oft wird auch zu lange versucht sie durch andere Belastungen zu erklären. Deshalb kann es nie falsch sein, beim leisesten Verdacht seinen Hausarzt aufzusuchen, der seinerseits einen Psychiater oder Nervenarzt hinzuziehen sollte.

Problematisch ist hier allerdings vor allem die ängstliche Vermeidung von Besuchen bei Haus-/FachÄrzten durch Betroffene. Zwar durchaus nachvollziehbar [ich bin nicht verrückt], aber eben auch verhängnisvoll.


Begriffs-Erklärung:


  1. Dynamische Entleerung:
    Ein Mangel:
    - an Motivation zu Aktivitäten
    - Antriebsarmut,
    - defizitäre Zukunftsplanung,
    - weitgehende Perspektivlosigkeit.

    Im weiteren Sinne könnten auch depressive Symptome hier zugeordnet werden.

    Die Betroffenen reagieren gemütsmäßig nur eingeschränkt
    auf normalerweise bewegende Ereignisse, erscheinen durch Erfreuliches wie Unerfreuliches wenig berührt. Die normale Schwingungsfähigkeit zwischen verschiedenen affektiven Zuständen geht verloren.
    [Freude, Neugier, Trauer, Wut, Stolz]

  2. Kognitive Defizite:
    Das Denken wird kurzschrittig, und mehrschichtige Zusammenhänge werden in ihrer Komplexität nicht mehr begriffen. Das Schreiben von Texten, die mehrgliedrige KausalVerkettungen enthalten, gelingt nicht mehr.

    Der sprachliche Ausdruck verarmt.
    In zugespitzten Fällen kann stereotypes Wiederholen eines Wortes oder Gedankens, oder die Äußerung von unsinnigen Sätzen und Wörtern, auftreten.

  3. Motorische Defizite:
    Die Mimik und auch das Bewegungs-Spiel für Gestik ist reduziert. Motorische EinEngung kann auch Denk-/AusdrucksStörungen sowie gestörte KommunikationsFähigkeit umfassen.

    Diese Defizite
    lassen den Erkrankten oft abweisend und/oder kontaktgestört erscheinen. Diese Distanz lässt sich jedoch durch Zuwendung überbrücken. Von dem Erkrankten wird sie in der Regel dankbar angenommen, auch wenn Erkrankte das durch Mimik und Gestik nicht zeigen können.

    Die Verarmung der PsychoMotorik
    lässt die affektive Resonanz stärker beeinträchtigt erscheinen, als sie es ist. Werden die Patienten also nicht gerade auf einen verfestigten Wahn angesprochen, sind sie zumeist empfänglich für Empathie.

Nach dem Abklingen einer akuten Krankheitsphase
bei einer schubförmig verlaufenden Schizophrenie, folgt gelegentlich eine vorübergehende depressive Episode. [depressive Nach-Schwankung] Unterschieden werden sollte zwischen echten NegativSymptomen und den Nebenwirkungen eines Medikaments.

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