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Alle Namen von den Personen die auf den weitern Seiten vorkommen sind frei erfunden Jegliche Ähnlichkeiten mit noch lebenden Personen wären rein zufällig! Dies machen wir unfreiwillig und einzig aus rechtlichen Gründen. Aber alle geschilderten Begebenheiten haben so und nicht anderes stattgefunden.



Ich - Innenansichten II

Text zum Thema Innenwelt, SeelenLeben

Aber was passierte mit 'mir' in dieser Zeit?

Also :
Der Psycho-Kasper bohrte immer noch in meinem Schädel rum, auf der Suche nach dem Grund für den Vorfall im Schrebergarten in Glückstadt.

Alles, wirklich alles konnte der von mir erfahren, aber nicht das was [in meiner Vorstellung] dort wirklich vorgefallen war. In meinem Kopf und meiner Vorstellung hatte ich ja nicht die Hasen umgebracht, sondern meine verhassten Pflegeeltern zerstückelt. Mit dieser total verrückten Vorstellung in meinem Kopf habe ich noch viele Jahre verbracht, trotz der Gegenüberstellung eines Tages. Der Wunsch, dass diese Verbrecher nicht mehr lebten, war einfach zu übermächtig in mir. Zu groß war der Hass und die Gewalt die sie mir angetan hatten. Wenn allerdings der Psycho-Kasper das rausfinden würde, dann würde der mich in die Klapse einweisen – da war ich mir ganz sicher.

Wieso?
Nun – wir hatten so einige in der Gruppe die immer voll auf Fresstour oder am Rumzappeln waren. Die Erzieher sahen sich dieser Situation hilflos gegenüber, und forderten Unterstützung vom Psycho-Kasper. Der hatte eine schnelle und einfache Lösung parat.

'RITALIN' oder so – kennt einer das Zeug?
Hilft scheinbar gegen alles. Der eine bekam es gegen Fressattacken, und der andere wegen Zappelphilipp. Hier war ja scheinbar alles erlaubt, keiner fragte nach.

Hauptsache Ruhe und kein Aufsehen in der Öffentlichkeit.
Schadet sonst nur dem Ansehen und der Karriere von Horst Hasser.
Der brauchte ein Heim in dem alles ruhig und unauffällig ist – egal wie das erreicht wird.

Der Psycho-Kasper hielt es für eine gute Idee die Teufel aus Glückstadt einzuladen, um sich mit mir zu treffen. So wollte er mich 'knacken'. Er kam ja nicht weiter mit mir, und die Drogen oder Folter standen ihm ja nicht zur Verfügung.

Eines Tages also holten sie mich in der Schule aus dem Unterricht raus.
Mir war ganz schön mulmig dabei zumute, da ich keinerlei Ahnung hatte warum. Waren etwa meine Ausflüge nach Hamburg aufgeflogen? Ne – Ich hätte Grund mich zu freuen, meinte der Kerl vom Fahrdienst, der mich abholen und ins Heim zurückbringen sollte.

Meine Pflegeeltern sind extra aus Glückstadt gekommen um mich zu besuchen.
Wetten das alle Rekorde - die je bei Olympia oder so im Langlauf aufgestellt worden waren – von mir schlagartig und um Längen gebrochen wurden? Der arme Kerl der mich abholen sollte hatte keine Chance. Und ich Blödmann rannte einfach nur drauf los – ohne nachzudenken.
Das ist mir [fast] in meinem ganzen Leben nicht wieder passiert. Nicht einfach nur laufen – nie wieder. Überlegen und laufen, Haken schlagen, und sogar den Weg zurück laufen – auf die Verfolger zu. Damit rechnet keiner – SO entkommt man.

Der Kerl vom Fahrdienst sprang einfach nur in den Wagen und folgte mir. An einer günstigen Stelle wartete er gelangweilt auf mich und packte mich ein.

Das war es für mich.
So hockte ich also da in diesem Besucherzimmer. Mir gegenüber die Verbrecher aus Glückstadt. Die Alte schauspielerte die erschütterte Mutter – so richtig mit Tränen und Taschentuch. Welch Freude mich wiederzusehen und so ein Müll musste ich mir anhören.

Schweißgebadet, von Panikattacken geschüttelt, hockte ich auf dem blöden Stuhl und starrte stur die Wand an. Ich wollte das Pack nicht sehen oder hören.

Für mich - waren 'Sie' Tot!
Ich hatte sie in Glückstadt im Schrebergarten umgebracht, und da sollten sie gefälligst liegen bleiben!

Alle redeten durcheinander auf mich ein, und der Psycho-Kasper versuchte sogar was mit anfassen und so ein Müll.

Ich schrie einfach nur auf:
"Finger weg oder ich spring durchs geschlossene Fenster".

Das half, er bat die Teufel mit vor die Tür zu kommen, um mit ihnen ungestört zu reden.
Ich bleib sitzen, schwitze und heulte, zitterte am ganzen Körper, musste hier raus, einfach nur so weit wie möglich weg von hier... weg von diesen Teufeln.

Ich litt Höllenqualen.
Lieber würde ich sterben, als denen noch mal in die Hände zu fallen. Fenster auf – raus auf den schmalen Sims der an der Mauer in jedem Stockwerk um das Haus lief. War breit genug – so um fünf oder sechs Zentimeter. Von Fensterloch zu Fensterloch festhalten, und auf dem Sims an der Wand lang laufen bis zur Regenrinne. War ganz einfach – hatte ich schon oft oben in unserem Stock gemacht, auf dem Weg zu den Mädchen in der Geschwistergruppe. Kein Problem also. Dann die Regenrinne runter und hin zum Versteck. Das Geld und die Adressen holen, und ab nach Hamburg.

Zur Ruhe kommen und 'nie wieder dahin zurück', das war alles was ich denken konnte.

Ich habe die Tage nicht gezählt.
Mir ging es – sagen wir mal 'ganz gut'.

Mein 'Lover' ging dann eines Abends mit mir aus. Essen gehen am Hauptbahnhof, im 'Wiener Wald'. Mich vorzeigen... angeben bei seinen Kumpels wollte der mit mir. Dumm gelaufen – Zivilstreife von den Bullen. Die kannten ihre Pappenheimer, die Bullen. Das ich bei den Schwulen nichts zu suchen hatte, dass war einfach zu offensichtlich.

Knastzelle in der Bullenwache St.Georg – auf der gegenüberliegenden Seite vom Hauptbahnhof.
Auf der Seite vom Hauptbahnhof, wo auch der Steindamm ist. Ich hätte mich dort einritzen sollen, mit Datum und so, da ich exakt 1973 in dieser Zelle wieder hocken sollte.

Egal, die vom Heim kamen mich abholen.
Runter in den Keller – arschvoll, weil ich so ein böser Junge war. Ab in die Knastzelle. Jetzt lernte ich die Zelle also auch mal von innen kennen.

Der nächste Tag.
Abends -
Der große Pädagoge Horst Hasser hatte mal wieder Zeit, und ließ es sich nicht nehmen mir auch noch ordentlich in die Fresse zu hauen, und für die nächsten Tage wieder in die Zelle zurück zu sperren.

Ich hatte doch seinem Ruf geschadet!
Tja, ein grossartiger Pädagoge, unser Horst Hasser, also ehrlich...

Was soll’s noch, jetzt war es eh zu spät.
Für mich war damit der Zug endgültig abgefahren. Nichts konnte das mehr ändern. Ich war im Prinzip nicht mehr da, nur noch 'mein Freund'.

Wie 'abgedreht' ich nach diesem Zeitpunkt war, schildert diese kleine Begebenheit die folgt!
Ich weiß ja nicht, aber hatte ich das Loch über der Tür der Knastzelle schon erwähnt?
Ich bin mir eigentlich sicher, bei der Beschreibung von dem Gebäude kam das schon mal vor. Und das ich viel zu klein war, dass dürfte ja auch keinem entgangen sein – oder?

Es gibt einen Lehrsatz, den ich mal aufgeschnappt hatte.
Wo der Kopf durchpasst, geht der ganze Körper durch. Mal sehen ob das stimmt. Stuhl ran an die Tür der Knastzelle und am Heizungsrohr, das sich unter der Decke befand, hochgezogen. Der Kopf geht durch, leicht und locker sogar. Wie also vorgehen? Zuerst einen Arm und den Kopf – passt. Draußen das Rohr unter der Decke packen und den Rest des Körpers nachziehen. Na gut, das kratz und schabt mir zwar etwas die Haut an der Brust ab, aber ich bin aus der Knastzelle raus.

Und nun?
Ich hänge am Rohr unter der Decke auf dem Flur, stehe mit den Füssen im Loch und überlege. Mein erster Gedanke ist: Runterspringen, mich einfach nach oben in mein Schlafzimmer zu schleichen und in mein Bett zu gehen. Die würden vielleicht blöde dreinschauen am Morgen. Aber das wieder konnte ich dem armen Rolfie nicht antun. Der würde bestimmt Ärger bekommen deswegen.

Scheiß Freiheit!
Raus nach draußen, wieder nach Hamburg und 'rumschwulen' hatte ich auch kein Bock.

Ja ja, des Wahnsinns fette Beute war ich.
Ein gewaltiger Schritt zur anderen Knastzelle, die als Speisekammer diente, mit all den leckeren Sachen drin. Ein Fuß in das Loch dort und dann am Heizungsrohr rüberhangeln. Mal sehen was da so drin ist, hatte ich mir gedacht.

Also, rein da.
Lecker! Fressen was das Zeug hält. Alles was es sonst selten gab – Bonsche, Schokolade und Waffeln in Hülle und Fülle, und ohne das einer meckern kann. Das war ne Party.

Und nun?
WOHIN und vor allem WOZU, die fangen mich ja doch wieder ein! Päckchen packen und wieder raus aus der Vorratskammer. Einfach gelangweilt auf der Kellertreppe sitzen und abwarten was passiert.

Geile Idee.
Den Idioten zeigen das sie mich nicht meinen können, ja so was liebte ich. Mehr konnte man das Pack gar nicht provozieren. War noch ne lange Nacht, aber ich hatte zu essen und neben dem Heizungskeller war es auch kuschelig warm. Der lag direkt neben der Treppe.

Frage :
Kann man sich noch bescheuerter benehmen?
Und trotzdem hat es keiner zur Kenntnis genommen, was da in mir, und mit mir, vor sich ging.

ICH - nee, ich war ja nicht mehr da - nur 'mein Freund'...

Egal, wir ließ uns ab jetzt einfach nur noch treiben.
Irgendwie funktioniert man immer – man muss nur grob die Vorgaben und Regeln einhalten.

Wir kümmerten uns auch nicht mehr um den Plan mit den Schwulen und Horst Hassers Karriere.

Den Plan hatten 'WIR' ganz vergessen.
Wie lange das anhielt – keine Ahnung mehr, aber diesmal lange!




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