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Alle Namen von den Personen die auf den weitern Seiten vorkommen sind frei erfunden Jegliche Ähnlichkeiten mit noch lebenden Personen wären rein zufällig! Dies machen wir unfreiwillig und einzig aus rechtlichen Gründen. Aber alle geschilderten Begebenheiten haben so und nicht anderes stattgefunden.



Ich - Außenansichten I

Text zum Thema Innenwelt, Gesellschaft

Endgültig aus meiner Lethargie erwachte ich, als die Geschichte mit der Hormonbehandlung anfing. Genau genommen hat man mich mit diesen 'Pferdespritzen' wiederbelebt. Bis dahin hatte wohl 'mein Freund' das Überleben gesichert – nehme ich mal an. 'Wir' waren ja ein gut eingespieltes Team. 'Mir' war einfach alles Scheißegal gewesen... Sogar die Vergewaltigung von Karl, durch die 'Hardcore-Schwulen' am See, ging mir am Arsch vorbei.

Ich musste erst mal wieder mit mir selber zurechtkommen.
Dazu musste ich meinen Körper quälen, mich spüren und so wachrütteln. Ich spielte auch wieder Fußball, jeden Tag nach der Schule und am Wochenende sowieso.

Keine Augen und Sinn für etwas anderes.
Schularbeiten notdürftig runterarbeiten, Stubendienst machen und raus auf den Platz. Egal ob Regen oder Sonne, Wind oder Schnee. Wenn ich alleine auf dem Platz war, dann rannte ich eben stupide meine Runden um den Platz bis zum Umkippen. Dann endlich zeigte ich wieder Gefühle und Reaktionen, und fing auch wieder an mich bewusst selber wahrzunehmen.

Und dann verlor Mathias sein Auge.
Das rechte Auge war es. Das holte mich endgültig wieder zurück.

Wir hatten viel Schnee draußen, also muss Winter sein.
Der rothaarige Peter sitzt im Gruppenraum am Erziehertisch über seinen Büchern, also Anfang 1968.

Aber ob Januar oder April?
Mehr bekomme ich über Jahr und Monat nicht zusammen, da ich die ganze Zeit von der Pflegeelterngeschichte bis jetzt 'selber gar nicht da war', und der Schleier lüftete sich nur langsam.

Ach ja, das Auge von Mathias.
Mathias und ich saßen an den Tischen in unserem Zimmer und machten Schularbeiten. Draußen tobten einige Kinder rum und machten eine Schneeballschlacht. Mathias fühlte sich genervt von dem Lärm den die Gören machten. Er machte das Fenster auf und beschimpfte die Jungs da unten mit ziemlich herben Ausdrücken. Damit hatte er aber prompt genau das Gegenteil von dem was er wollte erreicht. Jetzt fingen die da unten an ihre Schneebälle an unsere Fenster zu schmeißen. Er wollte gerade nachsehen wer da so bescheuert ist, als 'Goofy' seinen Schneeball gegen das Fenster abfeuerte. Und als sich der Kopf von Mathias gerade vor der Fensterscheibe befand, schlug die Granate von 'Goofy' in eben diese Scheibe ein.

Die Scheibe zersplitterte und einer dieser Splitter drang in das rechte Auge von Mathias ein.
Das war’s, der Augapfel war zerschnitten und das Auge im Arsch. Nichts mehr zu retten. Da half auch der sofortige Abtransport ins Krankenhaus nicht mehr.

War halt Pech.
Kinderspiele, kann ja passieren.

Aber ich musste mit ansehen, wie es meinen Freund erwischte.
Sicher, obwohl ich ihn - nett ausgedrückt - 'missbraucht' und zur Nutte gemacht hatte, waren wir dann mit der Zeit wohl doch noch gute Freunde geworden.

Jetzt fing ich wieder an zu denken.
Ich hatte geistig viel aufzuholen und schleimte mich bei Peter ein. Der studierte und machte wohl so was wie ein praktisches Jahr oder so – keine Ahnung mehr. Kann auch sein das er hier jobbte um sein Studium zu finanzieren, ist ja doch letztlich egal.

Aber er hatte geile Bücher!
Psychologie und so!

Und Peter fand es gut das er jemanden hatte, der ihn bei der Vorreitung auf Prüfungen [Scheine machen]‚ abhörte und abfragte. Ich hatte sein Buch oder seine Ausarbeitungen in der Hand, und er betete den Stoff runter. Schule ist eben Schule – egal ob Volksschule oder Studium.

Ich fand den Stoff irre interessant.
Ich lieh mir seine Bücher aus, fraß mich in den Stoff rein. Psychologie und Pädagogik – an sich sehr trockener Stoff, aber für mich eine Offenbarung. Unheimlich nützlich für mich selber, da mir dadurch viele meiner Verhaltensmuster so erst bewusst, und somit auch klar wurden.

Und - um Leute besser zu manipulieren, auch wichtig!

Peter war für mich mehr, als die Suche nach Vorteilen den Anderen der Gruppe gegenüber. So etwas brauchte ich nicht. Ich habe mit und durch ihn den Zugang zu intellektuellen Kreisen gefunden, und wusste endlich wonach ich die ganze Zeit gesucht hatte.

Endlich wurde ich geistig gefordert.
Durch ihn habe ich erst gemerkt wie ausgehungert nach Wissen ich doch eigentlich war. Ich hatte mich zu lange mit Fußballspielen und Scheiße bauen betäubt, da ich gar nicht wusste das es DAS war, was ich brauchte.

Es gab zu dieser Zeit auch in Hamburg inzwischen diese Klicke von '68ern', die es sich auf die Fahnen geschrieben hatten die Heimkinder von ihren 'Leiden' zu befreien. Und zu diesen Träumern und Spinnern gehörte auch Peter.

Ich hungerte also nach Wissen und neuen Erfahrungen, und meinem 'Freund' Peter hatte ich es zu verdanken, dass ich in diesen studentischen Kreisen verkehren durfte. Er nahm mich mit zu den Demos und Versammlungen.

Aber das ist eine andere Geschichte und hat hier nichts zu suchen.


Dieser Teil ist als EinzelGeschichte ausgekoppelt. [für eine Zeitschrift]
Einfach anklicken und lesen Die 68er




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