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    Folgen des sexuellen Missbrauchs

    Was geschieht mit dem betroffenen Kind?
    Wie sehen die Folgen aus, und wie kann man sie erkennen?

    Die Auswirkungen auf Betroffene sind:
    - von den Begleitumständen der Tat
    sowie der anderer Risikofaktoren wie:
    - Vernachlässigung,
    - körperliche Misshandlung
    in der Entwicklung abhängig.

    Außerdem spielt die sozialer Diskriminierung der Tat, sowie die große Aufmerksamkeit im Rahmen der [notwendigen] juristischen Aufarbeitung, auch eine Rolle.

    Die unmittelbaren Auswirkungen von sexuellem Missbrauch sind sehr unterschiedlich.
    Bei etwa der Hälfte der betroffenen Kinder scheint es keine negativen Auswirkungen zu geben. Hier werden allerdings sämtliche sexuellen Kontakte, auch Kontakte die allgemein als nicht so schwerwiegend gelten, miteinbezogen.

    Als erschwerende Umstände können:
    - der Missbrauch durch nahe Bezugspersonen,
    - die Dauer des Missbrauches, [Häufigkeit]
    - die mangelnde Unterstützung im familiären Umfeld des Kindes,
    nach einem Missbrauch gelten.

    Missbrauchte Kinder können:
    - Angststörungen,
    - Depressionen,
    - Störungen der allgemeinen Entwicklung,
    - ein geringes Selbstwertgefühl
    - sonstige Verhaltensstörungen
    entwickeln.

    Psychische Auffälligkeiten können:
    - enthemmtes triebhaftes Verhalten bei Kleinkindern,
    - Distanzlosigkeit gegenüber Fremden,
    - nicht altersgemäße sexuelle Aktivitäten mit Gleichaltrigen,
    - exzessive Masturbation,
    - spielerische Imitation und Nachvollziehen der Tat,
    - Exhibieren,
    - sexuell provozierendes Auftreten,
    sein.

    Dieses Verhalten erhöht das Risiko erneut das Opfer sexuellen Missbrauchs zu werden!
    Diese Auffälligkeiten können bereits im Vorschulalter auftreten.

    Im Schulkind- und Jugendalter zeigen sich häufig zusätzlich:
    - Blockierung und Angst in der Sexualentwicklung,
    - funktionelle Sexualstörungen,
    - Promiskuität und Prostitution,
    - sexuell aggressives Verhalten gegenüber anderen Kindern,
    - Vernachlässigung der Körperhygiene,
    - ausgeprägte Angst homosexuell zu sein,
    - gestörte GeschlechtsrollenIdentität.

    Wenn die unmittelbare Krise vorüber ist, brauchen viele Kinder weiterhin professionelle Hilfe.
    Häufig entwickelt sich eine posttraumatische BelastungsStörung [PTBS]
    Hier hängt die Beeinträchtigung der Opfer oft von der Schwere der Tat ab.

    Untersuchungen haben gezeigt, dass vor allem bei:
    - dissoziativen Störungen,
    - EssStörungen,
    - BorderlineStörungen,
    oftmals sexueller Missbrauch in der Kindheit vorlag.

    Dies bedeutet NICHT!, dass Personen bei denen diese Störungen diagnostiziert wurden, zwangsläufig sexuell missbraucht wurden! Ebenso bedeutet dies NICHT!, dass jeder Betroffene eines Missbrauchs eine dieser Störungen entwickeln muss.

    Es ist lediglich ein Zusammenhang zu erkennen, dass schwere Traumata in der Kindheit, wie sexueller Missbrauch, eine dieser Störungen verursachen KANN!.


    Als Folgen sexuellen Missbrauch gelten außerdem:


    IntegrationsStörung:
    Jeder Mensch ist darauf angewiesen das, was ihm widerfährt, irgendwie gedanklich einzuordnen und zu verarbeiten. Einem sexuell unreifen Kind sind die Handlungen des Erwachsenen beim sexuellen Übergriff unverständlich: Es versteht, kurz gesagt, die Welt nicht mehr und kann das Geschehen in seine Welt und seine Geschichte nicht integrieren.

    VertrauensBruch:
    Ein Kind lebt gewissermaßen davon, dass es seinen Eltern Vertrauen entgegenbringt. Dieses Vertrauen ist für das Kind die einzige Quelle von Sicherheit in einer ansonsten durchaus unsicheren und gefährlichen Welt. Wird dieses Vertrauen von den Eltern durch Handeln, Hinnehmen oder Ignorieren verraten, so zerbricht für das Kind die Basis jeglicher Sicherheit.

    Unausweichbarkeit:
    Ein Erwachsener kann sich, auch wenn die Situation noch so schrecklich ist, zumindest emotional distanzieren.

    Ein Kind kann das nicht!

    Es kennt nur die eine Welt, die seiner Familie. Wenn es in dieser Welt verraten und missbraucht wurde hat es keine Ausweichmöglichkeit - außer in die Welten, die schon Produkt einer psychischen Störungen sind.

    Als Konsequenz ergibt sich:
    Das Geschehen wird partiell, aber aufgrund seiner einschneidenden Bedeutung nicht vollständig vergessen. Die Spätfolgen der daraus resultierenden Traumata sind daher häufig Amnesien und tiefsitzende, schlecht diagnostizierbare PersönlichkeitsStörungen.
    [speziell: dissoziative Störungen & Borderline Syndrom]

    Der sexuelle Missbrauch hat oft Folgen bis in die nächste Generation.


    Betroffene leiden oft an sexuellen Störungen, die ihre Partnerschaft gefährden oder sie sind überhaupt nicht in der Lage, eine Partnerschaft einzugehen oder sich emotional für einen Menschen zu öffnen.

    Betroffene, die ihre Erfahrung nicht verarbeitet haben, können auch ihrerseits zu Tätern werden! Aus der Therapie sind solche Täter-Opfer-Täter-Kreisläufe über mehrere Generationen bekannt.


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