Informationen über sexuellen Missbrauch & Misshandlung
     

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Die Folgen von Geschwisterinzest
Thema: sexueller Missbrauch

 aus dem Kapitel » Inzest «

Das Erleben von sexueller Ausbeutung durch ein Geschwister:
ist eine einschneidende Erfahrung, die viele Kinder in hohem Masse traumatisiert.

Von einer Traumatisierung des Opfers zu sprechen ist sinnvoll, weil seine psychosexuelle Entwicklung ebenso wie die SelbstwertEntwicklung durch diese Erfahrung nachhaltig erschüttert wird, und weil des Weiteren beträchtliche Risiken für psychische Spätfolgen bestehen.

Betroffene vom GeschwisterInzest:
zeigen als Erwachsene viele der Symptome, die auch von Betroffenen von Ausbeutung durch erwachsene BezugsPersonen bekannt sind.

Je größer das MachtUngleichgewicht unter den Geschwistern,
desto mehr stehen die Folgen der sexuellen Ausbeutung im Vordergrund.

Die eigentliche Gefahr bei sexuellen Handlungen unter Geschwistern
besteht darin, dass die Individuation unter diesen Umständen gehemmt wird. Normalerweise fördert die Vertrautheit in einer intakten GeschwisterBeziehung die Entwicklung der BeziehungsFähigkeit. Dies ist ein wesentlicher EntwicklungsSchritt im Rahmen der psychosexuellen IdentitätsFindung und kann als wichtige Voraussetzung für das Eintreten in LiebesBeziehungen mit gleichaltrigen Partnern außerhalb der Familie gelten.

Sexuelle Kontakte unter Geschwistern:
können diese Individuations Prozesse massiv stören, wenn nicht gar verhindern. Abgesehen davon, dass das Fehlen einer psychosexuell intakten elterlichen PaarBeziehung diese Identifikations- und IndividuationsSchritte zusätzlich erschweren kann.

Die Entwicklung reifer sexueller BeziehungsFähigkeit:
wird so nachhaltig blockiert. Insbesondere vor der Pubertät sind inzestuöse Verwicklungen zwischen Geschwistern, auch wenn sie einvernehmlich erfolgen, besonders verwirrend für die sexuelle Identitäts Entwicklung und haben nachweislich nachhaltige Auswirkungen. Das Selbstbild, das sich entwickelt, wird reduziert, da Bindung nur unter diesen Bedingungen über Sexualität erlebt wird.

Die Fähigkeit zur Gestaltung freundschaftlicher und intimer ZweierBeziehungen, sowohl bei den betroffenen OpferGeschwister, als auch bei den TäterGeschwister, sind deutlich eingeschränkt.

Sexuelle Ausbeutung unter Geschwistern führt folglich:


zu ausgeprägten EntwicklungsHemmungen. Frauen sind von schädlichen LangzeitFolgen, aufgrund von Bruder / Schwester Inzest, deutlich stärker betroffen als Männer.

Das tiefgreifende Misstrauen gegenüber den eigentlichen Motiven des Täters setzt sich bei ihnen als bleibendes Misstrauen fort, und beeinträchtigt bei vielen Betroffenen die Fähigkeit zu erfüllten LiebesBeziehungen. Aus dem Gefühl heraus, sich benutzt und manipuliert haben zu lassen, resultiert ein extrem negatives Selbstkonzept mit stark beeinträchtigtem SelbstwertGefühl, das bis zum SelbstHass gehen kann.

Fast alle Betroffenen empfinden ausgeprägte Schuldgefühle.


Diese sind umso intensiver:
je mehr sie sich gegen die sexuelle Ausbeutung durch das Geschwister wehren wollten, es aber nicht konnten. Diesen Umstand interpretieren die Opfer als Mitschuld, als Mitverantwortung an der erlebten sexuellen Gewalt, weil sie sich ohne ausreichende Gegenwehr - gemessen an deren Erfolglosigkeit - selber zum Opfer des sexuellen Angriffs gemacht haben sollen.

Quellen:
Neben den Fachbüchern von Bange, Deegener, Fegert, Finkelhor, Elz usw. ist der FachArtikel von Regula Schwager [Psychologin, Psychotherapeutin] und Marie-Louise Pfister [Sozialpädagogin, Paar- und Familientherapeutin] sowie das Buch 'Sexueller Missbrauch, Misshandlung, Vernachlässigung' von Ulrich Tiber Egle besonders erwähnenswert.



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