Informationen über sexuellen Missbrauch & Misshandlung
     

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Das Erleben der Kinder - Geschwisterinzest
Thema: sexueller Missbrauch

 aus dem Kapitel » Inzest «


Es kommt in Familien in denen die Eltern für die Kinder nicht erreichbar sind eher zum GeschwisterInzest. Die Eltern, oder ein Elternteil, sind überfordert von eigenen, unlösbaren LebensProblemen. Zum Teil erlitten sie selbst Traumatisierungen oder Krankheiten, oder erlebten Zerrüttung in der PaarBeziehung usw.

In solchen Familien sind die Kinder oft gezwungen, Funktionen zu übernehmen, die nicht kindgerecht sind. So mussten Täter Geschwister beispielsweise in vielen Fällen die Elternrolle gegenüber ihren kleineren Geschwistern übernehmen.

Immer wieder gibt es auch Fälle, in denen die innerfamiliären Bindungen intakt, die Eltern für die Kinder erreichbar sind. Und dennoch geschehen sexuelle Übergriffe von einem Kind auf das andere.

In diesen Fällen weisen viele der übergriffigen Kinder psychische Auffälligkeiten auf. Bei einigen besteht ein starker Verdacht darauf, dass sie selber ein Opfer von [sexuellen] GrenzVerletzungen geworden sind.

Betroffene Kinder fühlen sich sehr allein und isoliert.


Oft sind ihre nächsten Angehörigen überfordert oder allzu sehr auf eigene Belange fokussiert, um ihren Kindern dennoch gerecht werden zu können.

Die Kinder werden also tatsächlich allein gelassen.
Ihre Not wird nicht erkannt.


In aller Regel geben sexuell ausgebeutete Kinder ihr Geheimnis auch nicht preis.
Zu groß ist ihre Bindung an das tätliche Geschwister, zu groß ihre Loyalität, und zu groß ihre Angst mit dieser Mitteilung ihre Lebenswelt, bzw. ihre Familie, zu zerstören.

Wenn ein Kind doch einmal ein Zeichen gibt,
werden diese Zeichen oft nicht als das erkannt, was sie eigentlich sind. Nur ganz wenige Kinder können ihre innere Not mit einer direkten und klaren Aussage ausdrücken. In belasteten Familien werden die Zeichen und/oder die mehr oder weniger verborgenen Hilferufe von den Angehörigen meist nicht wahrgenommen, oder tendenziell verdrängt.

Die sexuelle Gewalt innerhalb der Familie anzuerkennen
birgt die Gefahr das [möglicherweise] ohnehin wacklige FamilienSystem ganz zu zerstören. Betroffene Kinder sind oft voller SchuldGefühle, Scham und Verzweiflung. Sie sind belastet durch das SchweigeGebot und haben Angst vor neuen Übergriffen. Diese Kinder fühlen sich enorm unsicher und befinden sich ständig in einem alarmierten Zustand. Sie sind durcheinander, verstehen nicht, was mit ihnen geschieht, können ihre Gefühle nicht richtig einordnen.

In belasteten Familien bietet ’das mit dem Geschwister’ dann oft die einzige Stabilität, die einzige Sicherheit, die einzige Quelle für Geborgenheit.

Auch die TäterKinder fühlen sich unsicher.
Wenn emotionale Kälte ihr Umfeld dominiert, sexualisieren manche Kinder ihre Gefühle.

Einsamkeit, Angst und Aggression sind diejenigen Emotionen,
die besonders häufig sexualisiert werden. Indem sie ihre emotionalen Bedürfnisse durch die Beschäftigung mit dem Körper ersetzen, füllen diese Kinder ihre innere Leere mit Sexualität.

Sie versuchen, ihr Leid, ihre Not durch Sex zu lindern.
Das ist das Entscheidende!


Primär geht es beim tätlichen Kind um einen emotionalen Mangel und den Versuch, diesen Mangel auszugleichen. Das Kind reagiert somit ursprünglich auf seine Situation, um ein unbestimmtes, allgegenwärtiges GefühlsDefizit auf eine selbst beeinflussbare Weise zu vermindern.

Oft haben Geschwister, unter denen es zu sexuellen Übergriffen gekommen ist, das Gefühl ohne das andere Geschwister nicht mehr existieren zu können, ohne das andere Geschwister nicht mehr vollständig zu sein.

Wie schrecklich auch immer die sexuelle Gewalt für das betroffene Kind [gewesen] sein mag, so füllt sie doch ’immerhin’ die große innere Leere aus.

Quellen:
Neben den Fachbüchern von Bange, Deegener, Fegert, Finkelhor, Elz usw. ist der FachArtikel von Regula Schwager [Psychologin, Psychotherapeutin] und Marie-Louise Pfister [Sozialpädagogin, Paar- und Familientherapeutin] sowie das Buch 'Sexueller Missbrauch, Misshandlung, Vernachlässigung' von Ulrich Tiber Egle besonders erwähnenswert.



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