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Alle Namen von den Personen die auf den weitern Seiten vorkommen sind frei erfunden Jegliche Ähnlichkeiten mit noch lebenden Personen wären rein zufällig! Dies machen wir unfreiwillig und einzig aus rechtlichen Gründen. Aber alle geschilderten Begebenheiten haben so und nicht anderes stattgefunden.



Darf ich vorstellen - Vater

Text zum Thema Vater

Im Wohnzimmer, unserer guten Stube, hing ein schönes Bild von Vater.
Er in Großaufnahme. Nur der Kopf bis zur Schulter. Die linke Seite vom Gesicht war zu sehen. Er sagte immer das sei seine Schokoladenseite. Auf seinem Kopf befand sich ein Stahlhelm. Rassig hatte er sich den Sturmgurt des Helmes unter das vorgestreckte Kinn gespannt. Über dem Rand von dem Helm war an der Seite ein Wappen mit zwei Blitzen drin. Das eiserne Kreuz war schön poliert.

Ein schönes Bild.
Fast so schön, wie auf den Heftchen die er immer im Bett las. Der Landser hießen die.

An kalten Winterabenden, wenn es besonders kalt war, saßen wir meistens in der Küche, da es dort am wärmsten war. Dort kochte Mutter den ganzen Tag auf unserem Kohleherd. Dort war immer Feuer an, während die anderen Öfen auf Sparstellung waren. Kohlen waren eben sehr teuer.
An solchen Abenden wurde er oft so komisch.
Mama brachte ihm dann seine Flasche mit Medizin. Die trank er dann aus einem kleinen Glas. Es musste scheußlich schmecken, da er sich immer danach schüttelte. Aber er war tapfer und trank brav ein Glas nach dem Anderen.

Er erzählte dann von dem Krieg. Wir hörten gebannt zu.
Er erzählte so gut, dass es uns so vorkam, als wenn wir mit ihm vor Stalingrad hinter dem Bahndamm lagen, mit dem Maschinengewehr die Russen, die auf uns zukamen, 'niedermähten wie reifes Korn'. Dann pirschten wir uns an ein feindliches MG-Nest heran, sprangen mit dem Bajonett in der Hand rein und schnitten den bösen Russen die Kehlen durch. Wir sprengten dann das Munitionslager der Russen in die Luft, und jetzt hatten unseren Kameraden ein leichtes Spiel die russischen Linien aufzureiben, da die ja nun keine Munition mehr hatten und sich nicht wehren konnten.

Vater war ein Held gewesen im Krieg.
Er hatte sogar unter dem Arm, nahe der Achselhöhle, eine Nummer eintätowiert bekommen.
Weil er in einer besonderen Einheit gedient hatte, wie er mal stolz erzählte, während er sich das Hemd auszog um uns die Nummer zu zeigen. Er hatte, durch seinen Mut und seine Schlauheit, seinen Kameraden oft das Leben vor den bösen Russen gerettet.

Ja - Vater war wirklich ein Held.

Er ganz alleine hatte mehr Russen getötet, als alle seine Kameraden zusammen. Wenn alle so mutig und tapfer gewesen wären wie er, wäre er nie Kriegsgefangener geworden und hätte nicht nach Sibirien in das Lager gemusst.
Er hätte bis zur letzten Kugel für Volk und Vaterland weiter gekämpft. Aber die anderen Feiglinge hatten sich ja einfach ergeben...

Er hatte auch dafür gesorgt, dass er und seine Kameraden immer was zu Essen hatten. Ein Pferd, ein Hund oder eine Katze ließ sich doch immer auftreiben. Wenn, wie zum Schluss, dann gar nichts mehr zum Essen da war, dann wurde auch schon mal ein Stück...

Da brach er dann immer ganz fürchterlich weinend ab.
Wir haben nie erfahren was sie dann gegessen haben.

Ich glaube das er immer weinen musste, weil seine bösen Kameraden dann Hasen, die er doch so lieb hatte, geschlachtet und gegessen haben.

Da hätte ich auch weinen müssen.
Ich war auch immer so traurig, wenn er zu Weihnachten einen unseren Hasen geschlachtet, und zum Essen gebraten hat.

Aber ich durfte dann nicht weinen!
Ich musste ihm beim Schlachten helfen. Er zeigte mir wie man 'den Viechern das Fell über die Ohren zog'. Ich musste ganz genau hinsehen wie man 'so ein Ding ausnimmt'.

Das war eine ganz große Kunst.
Man durfte auf keinen Fall dabei die Galle kaputt machen, weil man sonst alles wegschmeißen konnte. Wenn man es richtig konnte, wie Vater, dann machte man mit einem Schnitt den Bauch auf, und konnte ohne Probleme die ganzen Gedärme und Innereien einfach so herausschütteln. Dann noch zwei Schnitte um den Darm am Arsch und den Schlund am Kopf abzutrennen. Jetzt brauchte man nur noch das Tier zu waschen und fertig.

Es roch immer so komisch beim Schlachten.
Es war ein ganz seltsamer Geruch. Die Erde nass vom Blut, der Pisse - die den Kaninchen beim Sterben einfach so rauslief - und der Gedärme die darauf fielen. Alles mischte sich da auf der Erde.

Und es roch ganz eigenartig.
Als ich Vater das sagte, meinte er das er das schon gar nicht mehr riechen würde.
Er kannte das aus dem Krieg. Das sei der Geruch des Todes. Das riecht immer so. Es gibt nichts anderes - was so riecht wie der Tod.

Er erzählte manchmal auch von dem Lager in Sibirien.
Dort musste er in einem Blei-Bergwerk arbeiten. Es gab immer nur eine labberige Wassersuppe zu essen. Aber dafür immer ganz viel Schläge. Sonntags mussten sie sich immer im Lager auf dem Hof nackt aufstellen. Dann sollten sie von der einen Seite des Lagers auf die andere Seite laufen - so schnell sie konnten. Die Russen haben dann alle - die nicht schnell genug oder nicht mehr laufen konnten - von den Wachtürmen aus erschossen. Dann, wenn alles vorbei war, mussten sie die toten Kameraden begraben. Und immer riefen die Russen 'Dawej, Dawej' und schlugen dabei mit Knüppeln und Peitschen auf sie ein.

Es sind ganz viele dort gestorben, erzählte er dann.
Wenn man krank wurde und nicht arbeiten konnte, bekam man nichts zu Essen. Wenn man dann starb, weil man verhungerte, oft aber auch schon vorher, haben die anderen Gefangenen sich deren Kleidung und Schuhe genommen.

Es war ja auch so bitter kalt da, in Sibirien, und nur die Russen hatten richtige Kleidung.




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