Informationen über sexuellen Missbrauch & Misshandlung
     

Share on Facebook

sexueller Missbrauch - Begriffsbestimmung
Thema: sexueller Missbrauch

 aus dem Kapitel » sexueller Missbrauch «

eine kindgerechte Definition für sexuellen Missbrauch:


Sexueller Missbrauch ist:
wenn dich jemand berührt,
oder dich dazu bringt ihn zu berühren,
und dich damit ganz durcheinanderbringt,
oder wenn du die Berührung vielleicht garnicht gewollt hast.

Vielleicht versucht jemand,
dich gegen deinen Willen an der Scheide / den Penis zu berühren,
oder dich gegen deinen Willen dazu zu bringen,
ihre Scheide / seinen Penis zu berühren.


Buchtipp / aus:
Ohne falsche Scham. Wie Sie Ihr Kind vor sexuellem Missbrauch schützen können.
Adams, C. Fay, J. (1989 erschienen bei - Rowohlt / Hamburg).



Neben dem Begriff sexueller Missbrauch
der am häufigsten verwendet wird, gibt es zahlreiche weitere Bezeichnungen wie die Begriffe:

sexuelle Gewalt, sexuelle Ausbeutung, sexuelle Misshandlung, Inzest, Seelenmord, realer Inzest, sexualisierte Gewalt, sexueller Übergriff, sexuelle Belästigung.

Die Bezeichnung sexueller Missbrauch wird häufig kritisiert, weil sie einen korrekten sexuellen Gebrauch von Kindern impliziere. Es wird deshalb von Experten auch von sexueller Gewalt und sexueller Misshandlung gesprochen, wobei diese Begriffe ebenfalls irreführend sind, da nur bei einem geringen Anteil des Missbrauchs Gewalt oder Drohung anzutreffen ist.

Einverständliche sexuelle Handlungen mit Kindern, werden [nicht nur] aus moralischen Gründen abgelehnt. Hierbei werden vornehmlich folgende Argumente angeführt:

1. Fehlende informierte Zustimmung:
Kinder können sexuellen Handlungen nicht informiert zustimmen, da sie die Tragweite ihrer Entscheidungen nicht erfassen können. Dies gilt für sexuelle Handlungen von Kindern untereinander, wie auch für solche mit Erwachsenen.

2. Ungleichheit der Wünsche:
Bei sexuellen Handlungen zwischen Erwachsenen und Kindern treffen unterschiedliche Wünsche und Bedürfnisse aufeinander: beim Erwachsenen der nach sexueller Befriedigung und erotischer Nähe, während das Kind hingegen vornehmlich körperliche sowie emotionale Zuwendung und weniger sexuelle Nähe und emotionale Zuwendung sucht.

3. Machtgefälle:
Zwischen Erwachsenen und Kindern besteht ein strukturelles Machtgefälle. Das Kind befindet sich in einer schwächeren Position.

Es gibt Kinder, die [in Einzelfällen] jedoch sagen, dass sie ES gewollt hätten.
[hier ein ErlebnisBericht als Beispiel] Daraus ergibt sich ein Dilemma, das durch das Konzept des wissentlichen Einverständnisses gelöst werden kann. Es geht davon aus, dass Kinder - gegenüber Erwachsenen - keine gleichberechtigten Partner sein können, weil sie ihnen körperlich, geistig, erkennend und sprachlich unterlegen und Erwachsenen rechtlich unterstellt sind.

Daher können sie sexuelle Kontakte mit Erwachsenen nicht wissentlich ablehnen oder ihnen zustimmen.

Auf Grund dieses strukturellen Machtgefälles
ist jeder sexuelle Kontakt zwischen einem Kind und einem Erwachsenen sexueller Missbrauch.



Einig sind Wissenschaftler/Innen sich darüber,
dass alle sexuellen Handlungen die durch Drohungen oder körperliche Gewalt erzwungen werden, sexueller Missbrauch sind. Ebenso einhellig gilt es als sexuelle Gewalt, wenn die sexuellen Kontakte gegen den Willen eines Kindes oder einem Jugendlichen stattfinden.

Wenn Kinder in Einzelfällen jedoch sagen, dass sie ES auch gewollt hätten, darf daraus nicht der Schluss auf ein Einverständnis gezogen werden. Vielmehr ist eine solche Aussage eine wichtige Strategie, um die Situation überhaupt zu ertragen. Betroffene Kinder versuchen damit, ihre eigene Machtlosigkeit und das sie verletzende Verhalten des Täters umzudeuten. Solche Abwehrmechanismen helfen dem Kind, insbesondere bei innerfamiliärem Missbrauch, z.B. das Vertrauen in die Eltern / Geschwister zu bewahren und eine Erklärung für sein Schicksal zu finden, das seine Eltern / Geschwister von jeder Schuld und Verantwortung freispricht.


weiter mit: Fakten-und-Folgen
Zurück: ins Hauptmenü



SeitenAnfang Ich hoffe diese Infos haben Dir geholfen, und Du empfiehlst uns weiter


Home