Informationen über sexuellen Missbrauch & Misshandlung
     

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Abspaltung von Bewusstsein
Thema: sexueller Missbrauch

 aus dem Kapitel » Auswirkungen und Erkrankungen «

Bei sehr schweren und wiederholten Traumatisierungen, insbesondere in der Kindheit, werden die EmpfindungsMuster sowie VerhaltensMuster dauerhaft unterschiedlichen PersönlichkeitsAnteilen [ego-state] zugeordnet.
Die Dissoziationen ist eine vielgestaltige Störung, bei der es zu einem teilweisen oder völligen Verlust von psychischen Funktionen kommt.

Schwerpunkte sind Unterbrechung:
- des Bewusstseins,
- der Wahrnehmung der eigenen Person,
- der Körperwahrnehmung,
- des Erinnerungsvermögens,
- des Zeitgefühls,
- der Wahrnehmung der Umwelt,
- der Kontrolle von Körperbewegungen,
- Abspaltung von Gefühlen.

Entstehung:


Tritt ein Trauma, wiederholt oder fortwährend, auf,
wie z.b. bei sexuellem Missbrauch oder schwerer körperlicher und/oder seelischer Misshandlung, kann es zu einer schweren Störung kommen, zu der auch die Identitätsstörung gehört. Sie ist der dramatische Ausdruck einer Bewusstseinsveränderung, von der, nach gegenwärtigen Erkenntnissen, zu einem großen Prozentsatz Frauen betroffen sind. Diese Betroffenen wurden in ihrer Kindheit über einen langen Zeitraum von nahen BezugsPersonen schwer misshandelt und/oder sexuell missbraucht.

Wird ein Mensch immer wiederkehrenden,
starker gefühlsmäßiger und/oder körperlicher Belastung ausgesetzt - die außerhalb der üblichen menschlichen Erfahrung liegt - entsteht [möglicherweise] ein Trauma. Dies gilt um so mehr für Kinder, die seit frühester Kindheit diesen Belastungen ausgesetzt sind, wenn es für sie keinerlei SchutzAngebot oder HilfsAngebot gibt.

Infolge dieses immer wiederkehrenden Traumas,
kann es dann zu psychischen AbspaltungsReaktionen kommen, wenn der Betroffene in der Lage [geistige Reife] ist, zusammengehörige Dinge im Bewusstsein voneinander zu trennen.

Ist diese Trennung nicht mehr rückgängig zu machen,
entstehen Erinnerungslücken, so genannte ErinnerungsBarrieren [amnestische].



Ein Beispiel:
Ein Mädchen liebt den Vater sehr, wird aber von ihm sexuell missbraucht. Während des Missbrauchs phantasiert sie sich in die Person eines Jungen, weil sie glaubt, dann den Wünschen des Vaters mehr zu entsprechen. Sie glaubt, dass der Vater Jungen mehr mag, und einem Jungen auch keinen Missbrauch antun würde.

Wiederholen sich diese Zusammenhänge,
kann es dazu führen, dass sich das Mädchen immer mehr und häufiger in die Person eines Jungen hineinversetzt, sogar dieser Person einen Namen gibt. In den traumatischen Situationen 'verwandelt' sie sich in diesen Jungen, um sich dem physischen und psychischen Trauma zu 'entziehen'.

Die Psyche weicht aus
und denkt 'Das passiert nicht mir', da sie sich nun in einen Jungen 'verwandelt' [ge-switcht] hat.



Durch Dissoziationen
ziehen sich Personen aus traumarisierenden Situationen und Erlebnissen vor allem dann zurück, wenn existentielle Gefahr für das Bewusstsein besteht, wenn sie Fürchten müssen, dass es zum Zusammenbruch kommt.

Die Dissoziation stellt eine selbstrettende Maßnahme für das Individuum dar. Es 'flüchtet' in neue Persönlichkeiten, mit anderer Identität, neuem Namen und eigenen sozialen Beziehungen und Verhaltensmustern. Durch Forschungen wurden sogar typische Gehirnwellenaktivitäten, spezifische Allergiereaktionen und Krankheiten für einzelne 'Personen' einer multiplen Persönlichkeit festgestellt.

Im Laufe der Zeit kann es passieren,
dass die bewussten Zusammenhänge zwischen dem Missbrauch und der 'Verwandlung' nicht mehr erinnert werden. In bestimmten Situationen findet dieser 'Personen-Wechsel' nun automatisch statt. Wenn der Betroffene, keinerlei Hilfe, Unterstützung oder Zuwendung erfährt, quasi auf sich allein gestellt ist/bleibt, dann muss sich das Kind selbst helfen, um an dem Trauma nicht verrückt zu werden.

Die Dissoziation ist dann die einzige Möglichkeit, der Situation zu entweichen.

Dissoziationen können dazu führen,


dass mehrere Persönlichkeiten entstehen, manchmal sogar Dutzende. Dabei werden häufig 'Personen' mit unterschiedlichsten Funktionen und Geschlechts herausgebildet:
- das 'brave' Mädchen,
- der nicht missbrauchte Junge,
- eine täteridentifizierte Person, [Gewalt gegenüber anderen oder Tieren]
- eine Beobachterperson,
- eine Helferperson,
- eine Person die das Trauma kennt,
- die 'Gastgeberperson'. [die am häufigsten nach 'außen' hin erscheint]

Die Entwicklung einer multiplen Persönlichkeit stellt somit eine wichtige Überlebensstrategie für Betroffene extremer sexueller Gewalt dar, und kann Mädchen und Jungen helfen, mit der außergewöhnlichen LebensSituation zurechtzukommen und ihre Psyche vor Zerstörung zu schützen.

Irgendwie konstruieren diese missbrauchten Kinder sich eine andere Wirklichkeit und leben sich darin so ein, dass sie zum Ersatz der tatsächlichen Realität wird.

Eine dissoziative Störung bedeuten jedoch NICHT!, dass sich automatisch eine dissoziative Identitätsstörung entwickelt!

Dissoziative Identitätsstörung:
Hierbei handelt es sich um eine Symptomatik, die infolge massivster Gewalt und frühkindlicher Traumata entstehen kann, nämlich die Aufspaltung in mehrere Personenanteile. Die betroffene Person spaltet sich während eines erlebten Traumas unwissentlich in unterschiedliche Personenanteile, um die Gewalt oder ein traumarisierendes Erlebnis zu überleben. [siehe nähres unter dem Link]

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